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Studieren in Belgien
von Maren | 23. September 2009
Allgemeine Informationen zum Studium
Belgiens Hochschulsystem ist dem deutschen relativ ähnlich. Universitäten und Hochschulen haben, genau wie deutsche, das europäische Kreditpunktesystem ECTS eingeführt, wobei in einem Studienjahr 60 Kreditpunkte zu erreichen sind. „Bachelor“, „Master„ (landläufig auch als „Licencié“ oder „Licentiaat“ bezeichnet) und „Doktor“ (bzw. „Docteur“) sind dabei die gängigen Abschlüsse, die durch ein Studium in Belgien erreicht werden können.
Im Allgemeinen unterteilt sich das Studium in Belgien in drei Stufen:
Stufe 1 (Bachelor):
Ziel dieser ersten Stufe des Studiums ist der Erwerb des akademischen Grads „Bachelor“. Das Bachelor-Studium nimmt drei Studienjahre in Anspruch. Der erfolgreiche Abschluss setzt den Erwerb von 180 Kreditpunkte voraus. An den nichtuniversitären Lehreinrichtungen erfolgt die Ausbildung zum „berufsorientierten Bachelor“, die Universitäten hingegen bilden zum „akademischen Bachelor“ aus. Jedoch können auch nichtuniversitäre Lehreinrichtungen den akademischen Bachelorgrad in Verbindung mit einer Universität vergeben. Während Inhaber eines akademischen Bachelors automatisch Zugang dem weiterführenden Masterstudium haben, müssen Inhaber des berufsorientierten Bachelorgrads dafür zusätzliche Anforderungen erfüllen und möglicherweise an zusätzlichen Kursen teilnehmen, um zum Masterstudium zugelassen werden.
Stufe 2 (Master):
Das Masterstudium dauert mindestens ein Jahr. Der erfolgreiche Abschluss setzt den Erwerb von 60 Kreditpunkten voraus. Außerdem muss eine Abschlussarbeit geschrieben werden (15 bis 30 Kreditpunkte). Das Master-Studium kann an Universitäten, Hochschulen oder postgradualen Bildungsinstituten absolviert werden.
Stufe 3 (Doktor bzw. Docteur):
Voraussetzung für ein Promotionsstudium ist der akademische Abschluss „Master“ bzw. "Lincenciaat/ Licencié". Das Promotionsstudium nimmt mindestens zwei Jahre in Anspruch. Der erfolgreiche Anschluss bzw. der Erwerb des Doktortitels setzt das Schreiben einer Doktorarbeit (Dissertation) voraus. Der höchste akademische Grad der dritten Stufe ist der Abschluss "Agrégé de l’enseignement supérieure" oder "Geaggregeerde voor het hoger onderwijs".
Hochschullandschaft
Ein Studium in Flandern kann entweder an einer Universität (Universiteit) oder einer Hochschule (Hogeschool) absolviert werden, wobei die Universitäten auf die wissenschaftliche Ausbildung ausgerichtet sind und die außeruniversitären Einrichtungen wissenschaftlich fundierte angewandte Kenntnisse vermitteln. Das akademische Jahr unterteilt sich in Flandern in zwei Semester. An den meisten Hochschulen bzw. Universitäten startet das Studienjahr zwischen Mitte September und dem 1. Oktober.
In Wallonien kann man an einer Universität, einer „Haute École“, einer „École supérieure des Arts“ oder auch an einem „Institut supérieur d‘Architecture“ studieren. Das Studienjahr unterteilt sich in Wallonien in drei Abschnitte („quadrimestres“) und beginnt zumeist Mitte September.
Der Unterricht wird in der Sprache der jeweiligen Region erteilt: Französisch in Wallonien, Niederländisch in Flandern und Deutsch in der deutschsprachigen Gemeinschaft. Im Bereich der Hauptstadt Brüssel wird in den Bildungseinrichtungen entweder in französischer oder in niederländischer Sprache unterrichtet.
Voraussetzungen / Aufnahmekriterien für das Studium
Grundsätzlich stellt das deutsche Abitur die Grundvoraussetzung für die Aufnahme eines Studiums an einer belgischen Hochschule dar. In manchen Fällen genügt für ein Studium aber auch schon die Fachhochschulreife, was jeweils im Einzelfall mit der Hochschule geklärt werden sollte.
An den meisten Hochschulen wird man sich auch einem Sprachtest unterziehen müssen, bevor man zur Immatrikulation zugelassen wird. Abhängig von der Region, der die gewählte Universität angehört, sind gute niederländische bzw. gute französische Sprachkenntnisse für das Studium erforderlich. Im wallonischen Teil Belgiens ist Französisch Voraussetzung für die Zulassung an einer Hochschule und im flämischen Teil Niederländisch. Allerdings bietet der Großteil der Hochschulen bietet auch spezielle Sprachvorbereitungskurse an, die meist im Sommer vor Studienanfang beginnen und anschließend parallel zum Studium fortgeführt werden.
Bewerbungsprozedur
Die Bewerbung um einen Studienplatz ist direkt an die Universität zu richten. Wer in Wallonien studieren möchte, muss zunächst eine Anerkennung des Sekundarabschlusses beim Bildungsministerium beantragen. Dies gilt allerdings nicht für Bewerber, die ihr Abitur an einer „Europäische Schule“ absolviert oder das „International Baccalaureate Diploma“ (Internationales Abitur) erworben haben. Um eine Anerkennung zu beantragen, benötigt man eine beglaubigte Kopie des Abiturzeugnisses, ein Bewerbungsschreiben und einen Auszug aus der Geburtsurkunde. Die schriftliche Bewerbung kann in deutscher Sprache verfasst werden. Zusätzlich muss ein Nachweis über die bezahlten Verwaltungsgebühren vorgelegt werden.
Finanzierung (BAföG, Stipendien, Bildungskredit)
Es besteht eine Vielzahl von Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung für das Studium in Belgien zu erhalten. So stellen beispielsweise universitäre Austauschprogramme wie Sokrates/Erasmus Teilstipendien zur Verfügung. Des weiteren besteht die Möglichkeit, durch Stiftungsgelder, Auslandsbafög, Bildungskredite oder durch den DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst), finanzielle Hilfestellungen für das Auslandsstudium zu erhalten.
Entsprechend dem neuen BAföG-Gesetz kann für ein Auslandsstudium innerhalb der EU von Beginn an bis zum Erreichen des ausländischen Ausbildungsabschlusses BAföG gezahlt werden. In der Regel gelten dabei die gleichen Förderungsvoraussetzungen wie bei einem Studium in Deutschland. Allerdings besteht durch die höheren Förderungssätze bei einer Ausbildung im Ausland die Möglichkeit, dass auch Auszubildende, die im Inland wegen der Höhe des Einkommens ihrer Eltern keine Förderung erhalten., während eines Ausbildungsaufenthaltes im Ausland gefördert werden können. Neben der Übernahme der ausländischen Studiengebühren sieht das BAföG auch Bezuschussungen zum Lebensunterhalt, zu eventuellen Zusatzkosten für die Krankenversicherung und für die Hin- und Rückfahrtkosten (pauschal 250,- Euro) vor.
Studiengebühren
Die Studiengebühren an belgische Hochschulen belaufen sich für die meisten Lehrgänge auf etwa 600 Euro pro Jahr. Für postgraduale Studiengänge können die Gebühren aber auch eventuell noch etwas höher ausfallen. Nähere Auskünfte über die anfallenden Studiengebühren können bei den jeweiligen Hochschulen eingeholt werden.
Krankenversicherung und Visum
Studierende, die bei einer gesetzlichen deutschen Krankenkasse versichert sind, können in der Regel auch Leistungen des belgischen Gesundheitswesens in Anspruch nehmen können. Einzige Voraussetzung hierfür ist die Vorlage der notwendigen Dokumente (in der Regel Europäische Krankenversicherungskarte). Dennoch ist es empfehlenswert, sich vor Studienantritt bei der Krankenkasse über die Details des Versicherungsschutzes zu informieren.
EU-Bürger, die in Besitz eines gültigen Personalausweise sind, können problemlos in Belgien einreisen. Bei längeren Aufenthalten muss man sich aber bei der Kommunalverwaltung in das Ausländerregister eintragen lassen.
Welche Möglichkeiten bieten sich nach dem Studium?
Im Allgemeinen haben Hochschulabsolventen gegenüber Nicht-Akademikern eine höhere Chance, einen Arbeitsplatz in Belgien zu finden. Die wirtschaftliche Lage ist dabei in Flandern besser als in Wallonien. Pflegewissenschaftler, Ingenieure und Architekten sind derzeit auf dem Arbeitsmarkt in Flandern besonders gefragt.
Anerkennung von Studienleistungen
Dank bilateraler Abkommen verläuft die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen recht problemlos. Dennoch ist es ratsam, im Vorfeld mit den zuständigen Prüfungsämtern zu klären, inwieweit die im Ausland erbrachten Studienleistungen in der Heimat anerkannt werden, um eventuelle Schwierigkeiten bei der Anerkennung zu vermeiden.
Eine Umwandlung der in Belgien erworbenen akademischen Titel erfolgt grundsätzlich nicht.
Belgiens Hochschulsystem ist dem deutschen relativ ähnlich. Universitäten und Hochschulen haben, genau wie deutsche, das europäische Kreditpunktesystem ECTS eingeführt, wobei in einem Studienjahr 60 Kreditpunkte zu erreichen sind. „Bachelor“, „Master„ (landläufig auch als „Licencié“ oder „Licentiaat“ bezeichnet) und „Doktor“ (bzw. „Docteur“) sind dabei die gängigen Abschlüsse, die durch ein Studium in Belgien erreicht werden können.
Im Allgemeinen unterteilt sich das Studium in Belgien in drei Stufen:
Stufe 1 (Bachelor):
Ziel dieser ersten Stufe des Studiums ist der Erwerb des akademischen Grads „Bachelor“. Das Bachelor-Studium nimmt drei Studienjahre in Anspruch. Der erfolgreiche Abschluss setzt den Erwerb von 180 Kreditpunkte voraus. An den nichtuniversitären Lehreinrichtungen erfolgt die Ausbildung zum „berufsorientierten Bachelor“, die Universitäten hingegen bilden zum „akademischen Bachelor“ aus. Jedoch können auch nichtuniversitäre Lehreinrichtungen den akademischen Bachelorgrad in Verbindung mit einer Universität vergeben. Während Inhaber eines akademischen Bachelors automatisch Zugang dem weiterführenden Masterstudium haben, müssen Inhaber des berufsorientierten Bachelorgrads dafür zusätzliche Anforderungen erfüllen und möglicherweise an zusätzlichen Kursen teilnehmen, um zum Masterstudium zugelassen werden.
Stufe 2 (Master):
Das Masterstudium dauert mindestens ein Jahr. Der erfolgreiche Abschluss setzt den Erwerb von 60 Kreditpunkten voraus. Außerdem muss eine Abschlussarbeit geschrieben werden (15 bis 30 Kreditpunkte). Das Master-Studium kann an Universitäten, Hochschulen oder postgradualen Bildungsinstituten absolviert werden.
Stufe 3 (Doktor bzw. Docteur):
Voraussetzung für ein Promotionsstudium ist der akademische Abschluss „Master“ bzw. "Lincenciaat/ Licencié". Das Promotionsstudium nimmt mindestens zwei Jahre in Anspruch. Der erfolgreiche Anschluss bzw. der Erwerb des Doktortitels setzt das Schreiben einer Doktorarbeit (Dissertation) voraus. Der höchste akademische Grad der dritten Stufe ist der Abschluss "Agrégé de l’enseignement supérieure" oder "Geaggregeerde voor het hoger onderwijs".
Hochschullandschaft
Ein Studium in Flandern kann entweder an einer Universität (Universiteit) oder einer Hochschule (Hogeschool) absolviert werden, wobei die Universitäten auf die wissenschaftliche Ausbildung ausgerichtet sind und die außeruniversitären Einrichtungen wissenschaftlich fundierte angewandte Kenntnisse vermitteln. Das akademische Jahr unterteilt sich in Flandern in zwei Semester. An den meisten Hochschulen bzw. Universitäten startet das Studienjahr zwischen Mitte September und dem 1. Oktober.
In Wallonien kann man an einer Universität, einer „Haute École“, einer „École supérieure des Arts“ oder auch an einem „Institut supérieur d‘Architecture“ studieren. Das Studienjahr unterteilt sich in Wallonien in drei Abschnitte („quadrimestres“) und beginnt zumeist Mitte September.
Der Unterricht wird in der Sprache der jeweiligen Region erteilt: Französisch in Wallonien, Niederländisch in Flandern und Deutsch in der deutschsprachigen Gemeinschaft. Im Bereich der Hauptstadt Brüssel wird in den Bildungseinrichtungen entweder in französischer oder in niederländischer Sprache unterrichtet.
Voraussetzungen / Aufnahmekriterien für das Studium
Grundsätzlich stellt das deutsche Abitur die Grundvoraussetzung für die Aufnahme eines Studiums an einer belgischen Hochschule dar. In manchen Fällen genügt für ein Studium aber auch schon die Fachhochschulreife, was jeweils im Einzelfall mit der Hochschule geklärt werden sollte.
An den meisten Hochschulen wird man sich auch einem Sprachtest unterziehen müssen, bevor man zur Immatrikulation zugelassen wird. Abhängig von der Region, der die gewählte Universität angehört, sind gute niederländische bzw. gute französische Sprachkenntnisse für das Studium erforderlich. Im wallonischen Teil Belgiens ist Französisch Voraussetzung für die Zulassung an einer Hochschule und im flämischen Teil Niederländisch. Allerdings bietet der Großteil der Hochschulen bietet auch spezielle Sprachvorbereitungskurse an, die meist im Sommer vor Studienanfang beginnen und anschließend parallel zum Studium fortgeführt werden.
Bewerbungsprozedur
Die Bewerbung um einen Studienplatz ist direkt an die Universität zu richten. Wer in Wallonien studieren möchte, muss zunächst eine Anerkennung des Sekundarabschlusses beim Bildungsministerium beantragen. Dies gilt allerdings nicht für Bewerber, die ihr Abitur an einer „Europäische Schule“ absolviert oder das „International Baccalaureate Diploma“ (Internationales Abitur) erworben haben. Um eine Anerkennung zu beantragen, benötigt man eine beglaubigte Kopie des Abiturzeugnisses, ein Bewerbungsschreiben und einen Auszug aus der Geburtsurkunde. Die schriftliche Bewerbung kann in deutscher Sprache verfasst werden. Zusätzlich muss ein Nachweis über die bezahlten Verwaltungsgebühren vorgelegt werden.
Finanzierung (BAföG, Stipendien, Bildungskredit)
Es besteht eine Vielzahl von Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung für das Studium in Belgien zu erhalten. So stellen beispielsweise universitäre Austauschprogramme wie Sokrates/Erasmus Teilstipendien zur Verfügung. Des weiteren besteht die Möglichkeit, durch Stiftungsgelder, Auslandsbafög, Bildungskredite oder durch den DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst), finanzielle Hilfestellungen für das Auslandsstudium zu erhalten.
Entsprechend dem neuen BAföG-Gesetz kann für ein Auslandsstudium innerhalb der EU von Beginn an bis zum Erreichen des ausländischen Ausbildungsabschlusses BAföG gezahlt werden. In der Regel gelten dabei die gleichen Förderungsvoraussetzungen wie bei einem Studium in Deutschland. Allerdings besteht durch die höheren Förderungssätze bei einer Ausbildung im Ausland die Möglichkeit, dass auch Auszubildende, die im Inland wegen der Höhe des Einkommens ihrer Eltern keine Förderung erhalten., während eines Ausbildungsaufenthaltes im Ausland gefördert werden können. Neben der Übernahme der ausländischen Studiengebühren sieht das BAföG auch Bezuschussungen zum Lebensunterhalt, zu eventuellen Zusatzkosten für die Krankenversicherung und für die Hin- und Rückfahrtkosten (pauschal 250,- Euro) vor.
Studiengebühren
Die Studiengebühren an belgische Hochschulen belaufen sich für die meisten Lehrgänge auf etwa 600 Euro pro Jahr. Für postgraduale Studiengänge können die Gebühren aber auch eventuell noch etwas höher ausfallen. Nähere Auskünfte über die anfallenden Studiengebühren können bei den jeweiligen Hochschulen eingeholt werden.
Krankenversicherung und Visum
Studierende, die bei einer gesetzlichen deutschen Krankenkasse versichert sind, können in der Regel auch Leistungen des belgischen Gesundheitswesens in Anspruch nehmen können. Einzige Voraussetzung hierfür ist die Vorlage der notwendigen Dokumente (in der Regel Europäische Krankenversicherungskarte). Dennoch ist es empfehlenswert, sich vor Studienantritt bei der Krankenkasse über die Details des Versicherungsschutzes zu informieren.
EU-Bürger, die in Besitz eines gültigen Personalausweise sind, können problemlos in Belgien einreisen. Bei längeren Aufenthalten muss man sich aber bei der Kommunalverwaltung in das Ausländerregister eintragen lassen.
Welche Möglichkeiten bieten sich nach dem Studium?
Im Allgemeinen haben Hochschulabsolventen gegenüber Nicht-Akademikern eine höhere Chance, einen Arbeitsplatz in Belgien zu finden. Die wirtschaftliche Lage ist dabei in Flandern besser als in Wallonien. Pflegewissenschaftler, Ingenieure und Architekten sind derzeit auf dem Arbeitsmarkt in Flandern besonders gefragt.
Anerkennung von Studienleistungen
Dank bilateraler Abkommen verläuft die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen recht problemlos. Dennoch ist es ratsam, im Vorfeld mit den zuständigen Prüfungsämtern zu klären, inwieweit die im Ausland erbrachten Studienleistungen in der Heimat anerkannt werden, um eventuelle Schwierigkeiten bei der Anerkennung zu vermeiden.
Eine Umwandlung der in Belgien erworbenen akademischen Titel erfolgt grundsätzlich nicht.
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