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Minimalismus ist in. In einer Gesellschaft, in der es Jahrzehnte lang nur um das anhäufen von materiellen Werten ging, formiert sich langsam eine Gegenbewegung. Das sind Menschen wie du und ich, die beschließen ihr Leben nach anderen Werten auszurichten. Viele sind damit glücklich. Was ist dran an der Kunst des bewussten Verzichts? Hat sie das Potential uns frei zu machen?
Verzicht ist ein hässliches Wort. Es suggeriert, dass etwas fehlt und hat immer auch einen faden Beigeschmack.
So als dürfe man irgendetwas nicht tun, obwohl man gerne möchte. Beispielsweise mit dem Rauchen aufhören, weil man weiß das es ungesund ist. Man will nicht, aber zwingt sich dazu. Beim Minimalismus ist das anders. Menschen, die sich dazu entscheiden sich zu verkleinern, tun dies sehr bewusst und meist mit Freude. Es reist sich besser mit leichtem Gepäck, ist der Glaubenssatz vieler. Bewusst weniger zu haben, bewusst die Dinge anders zu machen und unnötigen Ballast über Bord zu werfen, ist ihre Maxime. Für Minimalisten ist es kein Verzicht sondern eher ein freimachen von Beschränkungen und Ballast aus der Vergangenheit.
„Ein Leben passt in wenige Koffer!“
Wir kommen ohne Dinge auf diese Welt und werden sie ebenso nackt wieder verlassen. Es macht eigentlich wenig Sinn, seine kostbare Lebenszeit damit zu verschwenden Dinge anzuhäufen, die wir dann zuhause in den Schrank stellen. Wir sind keine Hamster die Wintervorräte anhäufen, denn im Gegensatz zum Hamster, können wir das was wir horten in den seltensten Fällen verzehren. Es sind Dinge die vielleicht schön sind.
Wenn sie dein Herz erfreuen, so haben sie eine Berechtigung, doch was ist mit den unzähligen Jeanshosen die im Schrank dahinvegetieren und seit Jahren nicht mehr passen, mit all dem Plunder im Keller? All das ist Ballast. Mir sagte mal jemand, dass ein Leben in wenige Koffer passt. Früher habe ich gelacht und an meine Besitztümer gedacht, heute weiß ich, das derjenige Recht hatte. Minimalismus zu leben, bedeutet für jeden etwas anderes.
Für die einen bedeutet Minimalismus ein Leben mit wenigen materiellen Dingen. Dies kann sich extrem auswirken, bis zu sehr spartanischen Verhältnissen. Für andere, ist es der bewusste Verzicht auf gewisse Dinge. Die Gründe die zum Minimalismus führen, sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst, doch eines eint sie: Der Wunsch sich intensiver zu spüren und dadurch das Leben bewusster wahrzunehmen. Wo weniger ist, lenkt auch weniger ab. Wir suchen verzweifelt nach der Verbindung, die wir glauben verloren zu haben. Der Wunsch, näher an der Natur, näher am Erleben zu leben, ist daher etwas sehr natürliches.
Individualisten wie wir
Wir leben in einer Zeit, in der Individualismus groß geschrieben wird. Wir alle wollen einzigartig sein, uns selbst verwirklichen und unseren persönlichen Träumen und Wünschen folgen. Wir wollen kreativ sein, unsere Grenzen überwinden und neue Horizonte entdecken. Viele von uns merken allerdings irgendwann, dass das was sie zu erreichen wünschen, auf die althergebrachte Art und Weise (Arbeit und Fleiß) nicht wirklich näher rückt.
Irgendwann nach dem Studium, wenn du fest im Job stehst und eigentlich alles hast, was du dir als Jugendlicher erträumt hast, das Auto, die schicke Wohnung, die gute Anstellung, coole Hobbys und Freunde, vielleicht sogar eine Beziehung die dich glücklich macht, beginnen sich im inneren Fragen aufzutun. War es das nun gewesen? Wird es jetzt genauso weitergehen bis es irgendwann Rente gibt?
Wenn die Grundbedürfnisse gedeckt sind, wird gedanklicher Raum frei
Wir haben alle so vieles, im Schnitt kann man sagen, dass alle Grundbedürfnisse gedeckt sind. Dennoch fehlt vielen etwas. Es ist, als wäre da ein Platz in uns gänzlich unbesetzt, leer. Diese Leere kann man jahrelang hervorragend ignorieren, doch irgendwann wird die sachte Stimme lauter, bis sie sich irgendwann zu einem eindringlichen Rufen entwickelt. „Ich bin auch noch hier!“, brüllt dann etwas in dir, das gehört zu werden verlangt. Je mehr du es ignorierst, desto lauter wird es klingen. Nicht ohne Grund, werfen heute so viele Menschen althergebrachtes über Bord und wenden sich neuen Konzepten zu.
Es ist der Ruf der Seele, dem sie folgen müssen. Während einige klein beginnen, etwa damit ihre Ernährung umzustellen, machen andere Nägel mit Köpfen. Sie geben alles weg, was sie nicht wirklich zum Leben brauchen. Von der Teekanne bis zu Möbelstücken und halben Wohnungseinrichtungen, von Büchern, über Kleidung...die Aufzählung könnte ewig fortgesetzt werden. In den sozialen Netzwerken, lässt sich dies auch beobachten. Es wird verschenkt was das Zeug hält. Etwas völlig neues, in unserer Hamster-Gesellschaft, in der das Horten bisher immer einen hohen Stellenwert hatte. Das kommt nicht nur dem der schenkt zu gute, sondern natürlich auch denen die weniger haben. Sie profitieren hiervon und wer weiß, vielleicht macht der Minimalismus die Welt zu einem besseren Ort. Zu einem Ort, an dem die Ressourcen vielleicht etwas gerechter verteilt sind.
Minimalismus hat viele Gesichter. Der ältere Herr, der konsequent auf feste Schuhe verzichtet ist ein Minimalist ebenso wie junge Studentinnen die bewusst einen bestimmten Weg einschlagen und lieber das Leben als den Konsum leben. Minimalisten mögen vielleicht aufs Auto verzichten, oder alternative Wohnformen ausprobieren, sie haben den Mainstream-Medien den Rücken zugewandt, weil sie sich eine eigene Meinung bilden möchten. Vielleicht sind sie Weltverbesserer, die zusammen mit unzähligen Tieren leben, Hilfsprojekte an den Start bringen oder ihre Nahrung selbst anbauen und sich auf das einfache besinnen. Minimalisten können aber genauso gut Menschen sein, die sehr erfolgreich sind und materiell scheinbar alles haben.
Minimalismus beginnt im Kopf, materieller Erfolg schließt dies nicht aus. Klarheit und Einfachheit in den Gedanken zu erreichen, ist ebenfalls eine Ausdrucksweise dieser Philosophie. Dazu muss man sich nicht dem Zen-Buddhismus verschreiben oder stundenlang Yoga üben, Klarheit ist eine Entscheidung, die jeder von uns treffen kann. Ganz gleich, welche Technik er forciert oder welchen Glaubensätzen er folgt. Wenn das gedankliche Streben ruhiger wird, wir uns auf das besinnen, was bereits da ist und damit aufhören zu hadern was wir vielleicht nicht haben, sind wir auf dem richtigen Weg.
Unser innerer Kern kennt den Weg, wir müssen nur wieder lernen auf diese kleine Stimme zu hören, die intuitiv weiß, was richtig und förderlich ist. Dazu müssen wir uns frei machen und endlich beginnen wieder an uns selbst zu glauben. Streifen wir also die indoktrinierten Verhaltensmuster ab, die uns begrenzen und beginnen wir endlich damit, das Leben zu spüren und zu genießen.
Vom Materialist zum Minimalist
Heute ist vieles in Bewegung, Glaubenssätze verändern sich, die Karten werden neu gemischt. Wenn man offen ist, kommt man sicherlich am besten durch diese turbolente Zeit. Wenn du den Weg des Minimalismus ausprobieren willst, beginne im kleinen. Versuche eine handvoll Dinge aus deiner Wohnung wegzugeben, entrümple den Keller oder deinen Schrank. Trenne dich von Dingen, die du nicht benutzt. Achte auf deinen Konsum und kaufe nur Dinge die du wirklich benötigst.
Niemand weiß besser als ich, wie befriedigend so manch ein Frustkauf sein kann, aber dennoch, das was du erwirbst, hast du mit deiner Lebenszeit teuer bezahlt. Bedenke dies, und überlege ob du dieses Geld nicht lieber in Dinge investieren möchtest die dir wirklich Freude bringen. Das könnte einfach nur freie Zeit sein, eine Trekkingtour oder eine Reise, ein Gartenfest mit Freuden, es gibt viele Dinge die unser Herz nähren! Nimm dir Zeit, Zeit um in dich zu gehen und lerne die kleine, feine Stimme der Intuition wieder wahrzunehmen.
Von Natascha Neufuß
Interessante Links zum Thema Minimalismus
http://www.minimalismus-leben.de/
https://www.freitag.de/autoren/stefanhetzel/lifestyle-minimalismus-ursachen-spielarten-folgen http://mrminimalist.com/minimalismus/
So als dürfe man irgendetwas nicht tun, obwohl man gerne möchte. Beispielsweise mit dem Rauchen aufhören, weil man weiß das es ungesund ist. Man will nicht, aber zwingt sich dazu. Beim Minimalismus ist das anders. Menschen, die sich dazu entscheiden sich zu verkleinern, tun dies sehr bewusst und meist mit Freude. Es reist sich besser mit leichtem Gepäck, ist der Glaubenssatz vieler. Bewusst weniger zu haben, bewusst die Dinge anders zu machen und unnötigen Ballast über Bord zu werfen, ist ihre Maxime. Für Minimalisten ist es kein Verzicht sondern eher ein freimachen von Beschränkungen und Ballast aus der Vergangenheit.
„Ein Leben passt in wenige Koffer!“
Wir kommen ohne Dinge auf diese Welt und werden sie ebenso nackt wieder verlassen. Es macht eigentlich wenig Sinn, seine kostbare Lebenszeit damit zu verschwenden Dinge anzuhäufen, die wir dann zuhause in den Schrank stellen. Wir sind keine Hamster die Wintervorräte anhäufen, denn im Gegensatz zum Hamster, können wir das was wir horten in den seltensten Fällen verzehren. Es sind Dinge die vielleicht schön sind.
Wenn sie dein Herz erfreuen, so haben sie eine Berechtigung, doch was ist mit den unzähligen Jeanshosen die im Schrank dahinvegetieren und seit Jahren nicht mehr passen, mit all dem Plunder im Keller? All das ist Ballast. Mir sagte mal jemand, dass ein Leben in wenige Koffer passt. Früher habe ich gelacht und an meine Besitztümer gedacht, heute weiß ich, das derjenige Recht hatte. Minimalismus zu leben, bedeutet für jeden etwas anderes.
Für die einen bedeutet Minimalismus ein Leben mit wenigen materiellen Dingen. Dies kann sich extrem auswirken, bis zu sehr spartanischen Verhältnissen. Für andere, ist es der bewusste Verzicht auf gewisse Dinge. Die Gründe die zum Minimalismus führen, sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst, doch eines eint sie: Der Wunsch sich intensiver zu spüren und dadurch das Leben bewusster wahrzunehmen. Wo weniger ist, lenkt auch weniger ab. Wir suchen verzweifelt nach der Verbindung, die wir glauben verloren zu haben. Der Wunsch, näher an der Natur, näher am Erleben zu leben, ist daher etwas sehr natürliches.
Individualisten wie wir
Wir leben in einer Zeit, in der Individualismus groß geschrieben wird. Wir alle wollen einzigartig sein, uns selbst verwirklichen und unseren persönlichen Träumen und Wünschen folgen. Wir wollen kreativ sein, unsere Grenzen überwinden und neue Horizonte entdecken. Viele von uns merken allerdings irgendwann, dass das was sie zu erreichen wünschen, auf die althergebrachte Art und Weise (Arbeit und Fleiß) nicht wirklich näher rückt.
Irgendwann nach dem Studium, wenn du fest im Job stehst und eigentlich alles hast, was du dir als Jugendlicher erträumt hast, das Auto, die schicke Wohnung, die gute Anstellung, coole Hobbys und Freunde, vielleicht sogar eine Beziehung die dich glücklich macht, beginnen sich im inneren Fragen aufzutun. War es das nun gewesen? Wird es jetzt genauso weitergehen bis es irgendwann Rente gibt?
Wenn die Grundbedürfnisse gedeckt sind, wird gedanklicher Raum frei
Wir haben alle so vieles, im Schnitt kann man sagen, dass alle Grundbedürfnisse gedeckt sind. Dennoch fehlt vielen etwas. Es ist, als wäre da ein Platz in uns gänzlich unbesetzt, leer. Diese Leere kann man jahrelang hervorragend ignorieren, doch irgendwann wird die sachte Stimme lauter, bis sie sich irgendwann zu einem eindringlichen Rufen entwickelt. „Ich bin auch noch hier!“, brüllt dann etwas in dir, das gehört zu werden verlangt. Je mehr du es ignorierst, desto lauter wird es klingen. Nicht ohne Grund, werfen heute so viele Menschen althergebrachtes über Bord und wenden sich neuen Konzepten zu.
Es ist der Ruf der Seele, dem sie folgen müssen. Während einige klein beginnen, etwa damit ihre Ernährung umzustellen, machen andere Nägel mit Köpfen. Sie geben alles weg, was sie nicht wirklich zum Leben brauchen. Von der Teekanne bis zu Möbelstücken und halben Wohnungseinrichtungen, von Büchern, über Kleidung...die Aufzählung könnte ewig fortgesetzt werden. In den sozialen Netzwerken, lässt sich dies auch beobachten. Es wird verschenkt was das Zeug hält. Etwas völlig neues, in unserer Hamster-Gesellschaft, in der das Horten bisher immer einen hohen Stellenwert hatte. Das kommt nicht nur dem der schenkt zu gute, sondern natürlich auch denen die weniger haben. Sie profitieren hiervon und wer weiß, vielleicht macht der Minimalismus die Welt zu einem besseren Ort. Zu einem Ort, an dem die Ressourcen vielleicht etwas gerechter verteilt sind.
Minimalismus hat viele Gesichter. Der ältere Herr, der konsequent auf feste Schuhe verzichtet ist ein Minimalist ebenso wie junge Studentinnen die bewusst einen bestimmten Weg einschlagen und lieber das Leben als den Konsum leben. Minimalisten mögen vielleicht aufs Auto verzichten, oder alternative Wohnformen ausprobieren, sie haben den Mainstream-Medien den Rücken zugewandt, weil sie sich eine eigene Meinung bilden möchten. Vielleicht sind sie Weltverbesserer, die zusammen mit unzähligen Tieren leben, Hilfsprojekte an den Start bringen oder ihre Nahrung selbst anbauen und sich auf das einfache besinnen. Minimalisten können aber genauso gut Menschen sein, die sehr erfolgreich sind und materiell scheinbar alles haben.
Minimalismus beginnt im Kopf, materieller Erfolg schließt dies nicht aus. Klarheit und Einfachheit in den Gedanken zu erreichen, ist ebenfalls eine Ausdrucksweise dieser Philosophie. Dazu muss man sich nicht dem Zen-Buddhismus verschreiben oder stundenlang Yoga üben, Klarheit ist eine Entscheidung, die jeder von uns treffen kann. Ganz gleich, welche Technik er forciert oder welchen Glaubensätzen er folgt. Wenn das gedankliche Streben ruhiger wird, wir uns auf das besinnen, was bereits da ist und damit aufhören zu hadern was wir vielleicht nicht haben, sind wir auf dem richtigen Weg.
Unser innerer Kern kennt den Weg, wir müssen nur wieder lernen auf diese kleine Stimme zu hören, die intuitiv weiß, was richtig und förderlich ist. Dazu müssen wir uns frei machen und endlich beginnen wieder an uns selbst zu glauben. Streifen wir also die indoktrinierten Verhaltensmuster ab, die uns begrenzen und beginnen wir endlich damit, das Leben zu spüren und zu genießen.
Vom Materialist zum Minimalist
Heute ist vieles in Bewegung, Glaubenssätze verändern sich, die Karten werden neu gemischt. Wenn man offen ist, kommt man sicherlich am besten durch diese turbolente Zeit. Wenn du den Weg des Minimalismus ausprobieren willst, beginne im kleinen. Versuche eine handvoll Dinge aus deiner Wohnung wegzugeben, entrümple den Keller oder deinen Schrank. Trenne dich von Dingen, die du nicht benutzt. Achte auf deinen Konsum und kaufe nur Dinge die du wirklich benötigst.
Niemand weiß besser als ich, wie befriedigend so manch ein Frustkauf sein kann, aber dennoch, das was du erwirbst, hast du mit deiner Lebenszeit teuer bezahlt. Bedenke dies, und überlege ob du dieses Geld nicht lieber in Dinge investieren möchtest die dir wirklich Freude bringen. Das könnte einfach nur freie Zeit sein, eine Trekkingtour oder eine Reise, ein Gartenfest mit Freuden, es gibt viele Dinge die unser Herz nähren! Nimm dir Zeit, Zeit um in dich zu gehen und lerne die kleine, feine Stimme der Intuition wieder wahrzunehmen.
Von Natascha Neufuß
Interessante Links zum Thema Minimalismus
http://www.minimalismus-leben.de/
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