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01. August 2016
Wozu eigentlich noch studieren?
Hebammen, Hausmeister, Journalisten – für all diese Tätigkeiten reichte
bis vor Kurzem noch eine Lehre. Nun muss man diese zumeist an ein
abgeschlossenes Studium anhängen – Denn das eigentlich Know-How für
diese Jobs erwirbt man nicht durch stumpfes Auswendiglernen in der Uni,
sondern ausschließlich durch praktisches Arbeiten. Doch wozu ist das
Studium dann überhaupt noch gut, wenn es uns in vielen Fällen nicht
ausreichend auf den späteren Beruf vorbereiten kann? Wir ziehen ein
Resumée, über Sinn und Zweck des Studierens…
Ein Studium war lange Zeit nur sehr wenigen Menschen vorbehalten. Heutzutage steigt die Akademikerquote jedoch fortlaufend an. Berufe, die früher problemlos mit einem Realschulabschluss ergriffen werden konnten, setzen inzwischen einen Bachelor- oder gar Mastertitel voraus. An FHs und Unis gelangt man dementsprechend auch ohne Abitur. Für den erfolgreichen Berufseinstieg muss man jedoch nach dem langjährigen Studium letztendlich doch noch eine (verkürzte) Ausbildung anhängen. Warum also nicht gleich von Anfang an nur eine Lehre machen und das anstrengende Studium auslassen? Studien zufolge unterscheidet sich das Gehalt in vielen Berufen zwischen Akademikern und Fachkräften am Ende nämlich gar nicht so sehr. Insbesondere dann, wenn man die Uni-Schulden zunächst einmal abarbeiten muss…
Für einige Berufe benötigt man viel theoretisches Wissen
Wer Lehrer, Arzt oder Professor werden will, der muss natürlich Studieren; das war schon fast immer so und hat auch seine Gründe. Diese Berufe bauen nämlich auf der Weitergabe und Anwendung von theoretischem Wissen auf. Ein Beispiel dafür wäre, dass es als Lehrer vollkommen egal ist, wie gut man mit Kindern umgehen kann – Solange man nicht weiß, was ein Atom ist, wird man trotzdem niemals ein guter Physiklehrer werden können. Genauso, wie man als Arzt zunächst einmal wissen muss, dass eine Krankheit überhaupt existiert, bevor man sie diagnostizieren kann. Dies alles leuchtet erst einmal ein. Doch ist das wirklich bei allen Jobs so?
Trainee: Der Akademiker - Azubi
Auch handwerkliche Berufe setzen zwar mit Sicherheit eine große Menge an Wissen voraus – Im Endeffekt zählt jedoch die Umsetzung und nicht das gedankliche Konstrukt. Nur weil man den perfekten Winkel berechnen kann, heißt das nämlich noch lange nicht, dass man diesen beim Nägeleinschlagen dann auch wirklich ausführen kann. Hier hilft nur eins: Praktische Erfahrung. Selbiges gilt auch für Hebammen: In der Praxis bringt es einfach schlichtweg nicht besonders viel, wenn man genau weiß, wie eine Geburt heutzutage im Vergleich zum Mittelalter abläuft. Wichtig ist nur, das im entscheidenden Moment alles klappt. Dieser Mangel an Praxiserfahrung hat zur Folge, dass in vielen Betrieben der Berufsstatus „Trainee“ eingeführt wurde. Vermutlich beschönigend für: „Azubi mit Abschluss“. Ob das wirklich für beide Seiten besser ist, als sofort in eine Ausbildung zu starten, sei einmal dahingestellt…
Wichtig: Selbst Nachdenken, anstatt bloß Auswendiglernen
Bildung ist mit Sicherheit ein sehr hohes Gut unserer Gesellschaft und wichtig für ein erfülltes Leben. Jedoch sollte es sich hierbei um Wissen handeln, welches nicht bloß einmal in den Kopf geprügelt, dann innerhalb von 90 Minuten auf ein Blatt Papier gebracht, und anschließend nach zwei Tagen vergessen wird. Viel wichtiger ist es, dass man die gebotene Bildung auch annehmen kann; dass man selbstständig denken, bewerten und Dinge zu verbessern lernt. Bloßes Auswendiglernen bringt langfristig niemanden weiter. Irgendwann muss dementsprechend auch mal der Punkt kommen, an dem man selbstständig forschen und diskutieren darf. Ansonsten lohnt es sich nicht, für ein Studium Schulden anzuhäufen und seine Zeit nächtelang in Bibliotheken zu verbringen. Und genau das fehlt an vielen Universitäten heutzutage leider schlicht und ergreifend. Studieren, nur um es gemacht zu haben, um kurzzeitig viel zu wissen und langfristig doch nicht berufsfähig zu sein; das ist nicht das, was ein Studium darstellen sollte.
Von Sarah Kleemeyer
Ein Studium war lange Zeit nur sehr wenigen Menschen vorbehalten. Heutzutage steigt die Akademikerquote jedoch fortlaufend an. Berufe, die früher problemlos mit einem Realschulabschluss ergriffen werden konnten, setzen inzwischen einen Bachelor- oder gar Mastertitel voraus. An FHs und Unis gelangt man dementsprechend auch ohne Abitur. Für den erfolgreichen Berufseinstieg muss man jedoch nach dem langjährigen Studium letztendlich doch noch eine (verkürzte) Ausbildung anhängen. Warum also nicht gleich von Anfang an nur eine Lehre machen und das anstrengende Studium auslassen? Studien zufolge unterscheidet sich das Gehalt in vielen Berufen zwischen Akademikern und Fachkräften am Ende nämlich gar nicht so sehr. Insbesondere dann, wenn man die Uni-Schulden zunächst einmal abarbeiten muss…
Für einige Berufe benötigt man viel theoretisches Wissen
Wer Lehrer, Arzt oder Professor werden will, der muss natürlich Studieren; das war schon fast immer so und hat auch seine Gründe. Diese Berufe bauen nämlich auf der Weitergabe und Anwendung von theoretischem Wissen auf. Ein Beispiel dafür wäre, dass es als Lehrer vollkommen egal ist, wie gut man mit Kindern umgehen kann – Solange man nicht weiß, was ein Atom ist, wird man trotzdem niemals ein guter Physiklehrer werden können. Genauso, wie man als Arzt zunächst einmal wissen muss, dass eine Krankheit überhaupt existiert, bevor man sie diagnostizieren kann. Dies alles leuchtet erst einmal ein. Doch ist das wirklich bei allen Jobs so?
Trainee: Der Akademiker - Azubi
Auch handwerkliche Berufe setzen zwar mit Sicherheit eine große Menge an Wissen voraus – Im Endeffekt zählt jedoch die Umsetzung und nicht das gedankliche Konstrukt. Nur weil man den perfekten Winkel berechnen kann, heißt das nämlich noch lange nicht, dass man diesen beim Nägeleinschlagen dann auch wirklich ausführen kann. Hier hilft nur eins: Praktische Erfahrung. Selbiges gilt auch für Hebammen: In der Praxis bringt es einfach schlichtweg nicht besonders viel, wenn man genau weiß, wie eine Geburt heutzutage im Vergleich zum Mittelalter abläuft. Wichtig ist nur, das im entscheidenden Moment alles klappt. Dieser Mangel an Praxiserfahrung hat zur Folge, dass in vielen Betrieben der Berufsstatus „Trainee“ eingeführt wurde. Vermutlich beschönigend für: „Azubi mit Abschluss“. Ob das wirklich für beide Seiten besser ist, als sofort in eine Ausbildung zu starten, sei einmal dahingestellt…
Wichtig: Selbst Nachdenken, anstatt bloß Auswendiglernen
Bildung ist mit Sicherheit ein sehr hohes Gut unserer Gesellschaft und wichtig für ein erfülltes Leben. Jedoch sollte es sich hierbei um Wissen handeln, welches nicht bloß einmal in den Kopf geprügelt, dann innerhalb von 90 Minuten auf ein Blatt Papier gebracht, und anschließend nach zwei Tagen vergessen wird. Viel wichtiger ist es, dass man die gebotene Bildung auch annehmen kann; dass man selbstständig denken, bewerten und Dinge zu verbessern lernt. Bloßes Auswendiglernen bringt langfristig niemanden weiter. Irgendwann muss dementsprechend auch mal der Punkt kommen, an dem man selbstständig forschen und diskutieren darf. Ansonsten lohnt es sich nicht, für ein Studium Schulden anzuhäufen und seine Zeit nächtelang in Bibliotheken zu verbringen. Und genau das fehlt an vielen Universitäten heutzutage leider schlicht und ergreifend. Studieren, nur um es gemacht zu haben, um kurzzeitig viel zu wissen und langfristig doch nicht berufsfähig zu sein; das ist nicht das, was ein Studium darstellen sollte.
Von Sarah Kleemeyer
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