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21. November 2016
10 Gründe für das „Nein“ zu Drogen
Morgen muss die Hausarbeit abgegeben werden. Übermorgen steht eine wichtige Klausur an. Und nächste Woche zum Semesterende kommt dann die Flut an Abgabeterminen und Klausuren, die du am liebsten alle aufschieben würdest. Nicht zu vergessen sind auch deine Eltern, die ihren Besuch androhen, und den großen Berg Wäsche der noch gemacht werden muss, damit sie nicht vor Schreck den Scheck platzen lassen. Außerdem klingelt dein Handy ständig, denn deine Freunde möchten mit dir ausgerechnet jetzt etwas trinken gehen und Party machen. Schön und gut – doch wann hört der Spass auf?
Studierende sind im ständigen Umbruch, und doch unsicher, was die Zukunft bringt. Man hat den Status des Erwachsenen, aber ist finanziell anhängig von den Eltern. Alle beneiden einen für das lässige Leben, doch die Realität sieht oft anders aus. Sicherlich ging es schon vielen Studierenden mit ihrer Entscheidung für das Studentenleben im Nachhinein mal nicht so gut. Der Griff zum Glas oder zum niedlich umschriebenen Johny kann da für einen Moment Abhilfe schaffen. Warum es sich dennoch nicht lohnt, und warum ein „nein“ deine Gesundheit und deine Nerven für die Zukunft schont, erfährst du hier.
1) Studenten werden gesellschaftlich härter „bestraft“ für ihren unkonventionellen Lebensstil. Im Vergleich zu Gleichaltrigen, die ebenfalls die Risiken und Ablenkung in den Drogen suchen, wird auf den Studenten häufiger mit dem mahnenden Finger gezeigt. Schließlich ist der Student schon erwachsen. In der Vorbildfunktion der zukünftigen und verantwortungsvollen Akademiker passen Unsicherheiten und die Flucht in den Rausch gar nicht ins Bild.
2) Auch gesundheitlich und psychisch wirst du für den Griff zur Droge hart bestraft. Durch den Entwicklungsstress verfallen Männer häufiger dem Drogenkonsum und Frauen einer psychischen Erkrankung. Oft fallen psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen zusammen mit dem riskanten Drogenkonsum. Bei dem gleichzeitigen Auftreten von Drogenmissbrauch und einer psychischen Erkrankung gibt es keine geschlechtsspezifischen Unterschiede. Hier ist die Arbeitsleistung stark eingeschränkt und der Bedarf an Unterstützung und professioneller Behandlung deutlich höher. Statt dem Entwicklungsdruck zu entkommen, schafft der Drogenkonsum also neuen Druck.
3) In der Gewohnheit liegt die Macht. Wenn die Kippe und der Kaffe morgens einfach dazugehören, dann ist es schon zu spät. Viele versuchen jedes Jahr aufs Neue, ihren Tabakkonsum endlich aufzugeben. Ohne Erfolg. Hier ist der Körper schon nach wenigen Wochen entwöhnt, aber deine Psyche kann einfach nicht loslassen. Konsum will bezahlt werden, also wird es teuer. Und das, obwohl Studenten doch sowieso regelmäßig knapp bei Kasse sind. Das geht nicht nur an den Geldbeutel, sondern auch auf Kosten der Gesundheit. Auch der „normale“ Tabak ist eine süchtig machende Droge, die dein Krebsrisiko erhöht.
4) Auch dein Studium bleibt auf der Strecke. All die Aufgaben, vor denen du fliehst, oder die du mit Hilfe von Johny und Walker ersticken, beziehungsweise ertränken willst, sind auch nach der Feier noch da. Der Morgen danach ist also nicht nur von Katerstimmung gekennzeichnet, sondern auch von dem bösen Erwachen, noch nichts geschafft zu haben. Und dann ist der Griff zum Lehrbuch statt zur Flasche noch unwahrscheinlicher, oder?
5) Natürlich führt eine Partynacht, in der man zu tief ins Glas geguckt hat, nicht gleich in die Sucht. Jedoch sind die 21-24-Jährigen Studenten die gefährdetste Gruppe für den Missbrauch von Substanzen. Das Verlangen nach Selbstwertgefühl und Optimismus im Studienstress kann aber nicht mit Spirituosen gefüllt werden. Dennoch wird diese Altersgruppe oft nicht genannt, wenn es um die Prävention geht. Siehe Punkt 1), schließlich ergibt sich ja der Widerspruch, dass du erwachsen bist, aber dennoch irgendwie noch in der Jugend steckengeblieben bist – ein „nein“ an der richtigen Stelle erspart dir viel Ärger. Aber da gibt es einen Haken…
6) Wissen schützt vor Strafe nicht. Selbst wenn Studierende bestens informiert sind über die Risiken und Begleiterscheinungen von Konsummissbrauch, können sie in eine Sucht verfallen. Die physischen und psychischen Schäden als „Strafe“ sind gleich, doch hat man im aufgeklärten Zustand wenigstens eine Idee, an wen man sich wenden kann. Auch weitreichende Konsequenzen wie Autounfälle durch Alkohol am Steuer oder sexuell übertragbare Krankheiten durch ungeschützten Geschlechtsverkehr können so eingedämmt und vermieden werden. Dazu braucht es die Unterstützung eines Suchtberaters oder Therapeuten, denn ganz allein ist es schwierig, der Sucht zu entkommen.
7) Beziehungen gehen zu Bruch. Sowohl übermäßiger Alkoholkonsum als auch Konsum illegaler Substanzen sägen an deinen Wurzeln. Deine Familie distanziert sich, deine alten Bekannten meiden dich. Auf einmal bist du isoliert in deiner Welt des Rausches. An den Platz deiner Lieben treten andere, die deine Leidenschaft teilen – Drogen. Alles dreht sich nur noch um die Beschaffung und den Konsum. Und schnell kommst du nicht mehr heraus aus deinem sozialen Umfeld, das deine Sucht fördert. Es ist ein Teufelskreis, in dem du nicht nur deine Bekannten verlieren kannst.
8) Du kannst auch dich verlieren. Das Suizidrisiko ist stark erhöht wenn du erst einmal im Kreislauf des Drogenkonsums bist. Du verlierst den Halt, und die vielen Herausforderungen in deinem Studienleben bringen dich zu Fall. Lass es nicht so weit kommen.
9) Optimiere dich für dich! Krisenbewältigung, Selbstreflektion und „Klarkommen“ im Leben kannst du auf Dauer nicht mit der vorgetäuschten Erfüllung durch eine Droge erwirken. Die Wirkung ist kurz, und wenn sie verschwindet, dann hast du vielleicht sogar ein Problem mehr als den Haufen, vor dem du bereits wegrennst. Um mit dir im Einklang zu sein und um dich selbst im Spiegel ertragen zu können, hilft dir auf Dauer keine Droge der Welt. Das musst du ganz allein bewältigen. Du wirst stolz auf dich sein.
10) Ohne Krise keine Entwicklung. Da sind sich die Entwicklungspsychologen einig. Ja, die Studienzeit ist auch eine Krisenzeit. Der Cannabiskonsum oder Konsum andere legaler und illegaler Drogen kann dir das Gefühl geben, trotz der großen Aufgaben, die im Studium noch vor dir liegen, schnell selbst etwas bewirkt zu haben. Dabei ist das nur die Wirkung einer Substanz. Statt eine im Rauch vernebelte Selbstständigkeit und Unabhängigkeit zu faken, lass die Zukunft doch langsam auf dich zukommen – ohne die Illusion des schnellen und gefälschten Erfolgs.
Von Esther Bonkowski
Studierende sind im ständigen Umbruch, und doch unsicher, was die Zukunft bringt. Man hat den Status des Erwachsenen, aber ist finanziell anhängig von den Eltern. Alle beneiden einen für das lässige Leben, doch die Realität sieht oft anders aus. Sicherlich ging es schon vielen Studierenden mit ihrer Entscheidung für das Studentenleben im Nachhinein mal nicht so gut. Der Griff zum Glas oder zum niedlich umschriebenen Johny kann da für einen Moment Abhilfe schaffen. Warum es sich dennoch nicht lohnt, und warum ein „nein“ deine Gesundheit und deine Nerven für die Zukunft schont, erfährst du hier.
1) Studenten werden gesellschaftlich härter „bestraft“ für ihren unkonventionellen Lebensstil. Im Vergleich zu Gleichaltrigen, die ebenfalls die Risiken und Ablenkung in den Drogen suchen, wird auf den Studenten häufiger mit dem mahnenden Finger gezeigt. Schließlich ist der Student schon erwachsen. In der Vorbildfunktion der zukünftigen und verantwortungsvollen Akademiker passen Unsicherheiten und die Flucht in den Rausch gar nicht ins Bild.
2) Auch gesundheitlich und psychisch wirst du für den Griff zur Droge hart bestraft. Durch den Entwicklungsstress verfallen Männer häufiger dem Drogenkonsum und Frauen einer psychischen Erkrankung. Oft fallen psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen zusammen mit dem riskanten Drogenkonsum. Bei dem gleichzeitigen Auftreten von Drogenmissbrauch und einer psychischen Erkrankung gibt es keine geschlechtsspezifischen Unterschiede. Hier ist die Arbeitsleistung stark eingeschränkt und der Bedarf an Unterstützung und professioneller Behandlung deutlich höher. Statt dem Entwicklungsdruck zu entkommen, schafft der Drogenkonsum also neuen Druck.
3) In der Gewohnheit liegt die Macht. Wenn die Kippe und der Kaffe morgens einfach dazugehören, dann ist es schon zu spät. Viele versuchen jedes Jahr aufs Neue, ihren Tabakkonsum endlich aufzugeben. Ohne Erfolg. Hier ist der Körper schon nach wenigen Wochen entwöhnt, aber deine Psyche kann einfach nicht loslassen. Konsum will bezahlt werden, also wird es teuer. Und das, obwohl Studenten doch sowieso regelmäßig knapp bei Kasse sind. Das geht nicht nur an den Geldbeutel, sondern auch auf Kosten der Gesundheit. Auch der „normale“ Tabak ist eine süchtig machende Droge, die dein Krebsrisiko erhöht.
4) Auch dein Studium bleibt auf der Strecke. All die Aufgaben, vor denen du fliehst, oder die du mit Hilfe von Johny und Walker ersticken, beziehungsweise ertränken willst, sind auch nach der Feier noch da. Der Morgen danach ist also nicht nur von Katerstimmung gekennzeichnet, sondern auch von dem bösen Erwachen, noch nichts geschafft zu haben. Und dann ist der Griff zum Lehrbuch statt zur Flasche noch unwahrscheinlicher, oder?
5) Natürlich führt eine Partynacht, in der man zu tief ins Glas geguckt hat, nicht gleich in die Sucht. Jedoch sind die 21-24-Jährigen Studenten die gefährdetste Gruppe für den Missbrauch von Substanzen. Das Verlangen nach Selbstwertgefühl und Optimismus im Studienstress kann aber nicht mit Spirituosen gefüllt werden. Dennoch wird diese Altersgruppe oft nicht genannt, wenn es um die Prävention geht. Siehe Punkt 1), schließlich ergibt sich ja der Widerspruch, dass du erwachsen bist, aber dennoch irgendwie noch in der Jugend steckengeblieben bist – ein „nein“ an der richtigen Stelle erspart dir viel Ärger. Aber da gibt es einen Haken…
6) Wissen schützt vor Strafe nicht. Selbst wenn Studierende bestens informiert sind über die Risiken und Begleiterscheinungen von Konsummissbrauch, können sie in eine Sucht verfallen. Die physischen und psychischen Schäden als „Strafe“ sind gleich, doch hat man im aufgeklärten Zustand wenigstens eine Idee, an wen man sich wenden kann. Auch weitreichende Konsequenzen wie Autounfälle durch Alkohol am Steuer oder sexuell übertragbare Krankheiten durch ungeschützten Geschlechtsverkehr können so eingedämmt und vermieden werden. Dazu braucht es die Unterstützung eines Suchtberaters oder Therapeuten, denn ganz allein ist es schwierig, der Sucht zu entkommen.
7) Beziehungen gehen zu Bruch. Sowohl übermäßiger Alkoholkonsum als auch Konsum illegaler Substanzen sägen an deinen Wurzeln. Deine Familie distanziert sich, deine alten Bekannten meiden dich. Auf einmal bist du isoliert in deiner Welt des Rausches. An den Platz deiner Lieben treten andere, die deine Leidenschaft teilen – Drogen. Alles dreht sich nur noch um die Beschaffung und den Konsum. Und schnell kommst du nicht mehr heraus aus deinem sozialen Umfeld, das deine Sucht fördert. Es ist ein Teufelskreis, in dem du nicht nur deine Bekannten verlieren kannst.
8) Du kannst auch dich verlieren. Das Suizidrisiko ist stark erhöht wenn du erst einmal im Kreislauf des Drogenkonsums bist. Du verlierst den Halt, und die vielen Herausforderungen in deinem Studienleben bringen dich zu Fall. Lass es nicht so weit kommen.
9) Optimiere dich für dich! Krisenbewältigung, Selbstreflektion und „Klarkommen“ im Leben kannst du auf Dauer nicht mit der vorgetäuschten Erfüllung durch eine Droge erwirken. Die Wirkung ist kurz, und wenn sie verschwindet, dann hast du vielleicht sogar ein Problem mehr als den Haufen, vor dem du bereits wegrennst. Um mit dir im Einklang zu sein und um dich selbst im Spiegel ertragen zu können, hilft dir auf Dauer keine Droge der Welt. Das musst du ganz allein bewältigen. Du wirst stolz auf dich sein.
10) Ohne Krise keine Entwicklung. Da sind sich die Entwicklungspsychologen einig. Ja, die Studienzeit ist auch eine Krisenzeit. Der Cannabiskonsum oder Konsum andere legaler und illegaler Drogen kann dir das Gefühl geben, trotz der großen Aufgaben, die im Studium noch vor dir liegen, schnell selbst etwas bewirkt zu haben. Dabei ist das nur die Wirkung einer Substanz. Statt eine im Rauch vernebelte Selbstständigkeit und Unabhängigkeit zu faken, lass die Zukunft doch langsam auf dich zukommen – ohne die Illusion des schnellen und gefälschten Erfolgs.
Von Esther Bonkowski
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aktuelle Kommentare
von Saskia | 21. November 2016
Sehr gut und informativer Text, der ansprechend geschrieben ist und das Thema auf den Punkt bringt!
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