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09. Februar 2017
Auszeit Semesterferien - Urlaub als Pauschalreise oder Backpacking?
In den wohlverdienten Urlaub soll es gehen, und obwohl das „wohin“ noch nicht geklärt ist, meldet sich das „wie?“ Bequem auf dem Sofa Hotel, Transfer, Flug, Zug zum Flug und Halbpension oder sogar All Inclusive buchen? Oder doch lieber auf gut Glück nach günstigen Flügen suchen, um dann vor Ort von Hostel zu Hostel zu wandern? Es ist nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit, sondern auch des Geldes. Und vor allem ist es eine Frage der Persönlichkeit. Der Backpacking-Lifestyle ist sicher nicht für jeden gleich gut geeignet, genauso wie mancher vor Langeweile gähnend die Pauschalreise ablehnt.
Wir Studenten müssen unser Geld zusammenhalten. Was ist mit diesem Gedanken im Hinterkopf die bessere Wahl? Und welcher Typ Mensch muss man sein, um Pauschalreise oder Backpacking nicht nur in vollen Zügen zu genießen, sondern auch „zu überleben?“
Backpacker als Individualisten und anti-Touristen
Natürlich ist es übertrieben zu sagen, man könne das Backpacking nicht überleben. Auch das Backpacking kann durchaus luxuriös gestaltet werden. Ein Dach über dem Kopf, ein geselliges Treffen mit gleichgesinnten Weltenbummlern und Friedenssuchenden, gemeinsam kochen und das Essen teilen, zusammen Musik machen, zusammen stricken und Karten spielen. Miteinander sein, dem Alltag noch einmal entkommen, bevor der Einstieg in den Beruf die Träume zerplatzen lässt – als Form des Tourismus steckt hinter dem Backpacking oft die Idee, man sei kein typischer Tourist.
Der typische Backpacker reist nach dem Schul- oder Universitätsabschluss umher, um die Zeit des Suchens und Findens noch etwas zu verlängern. Man will anders sein, bloß nicht als Tourist erkannt werden. Backpackers nennen sich lieber „wahre Reisende,“ eine Abgrenzung zum Tourismus ist ihnen oft sehr wichtig. Schließlich gelten andere Regeln für Geld und Zeit, die man investiert – der Tourist ist nur kurz immer am gleichen Ort, der Reisende jedoch ist über einen größeren Zeitraum an immer verschiedenen Orten.
Der Reisende und der Tourist
Der Tourist träumt von Zuhause, der Reisende fühlen sich überall zuhause. Der Tourist braucht eine Landkarte, der Reisende verliert sich auf der Landkarte. Touristen betrinken sich, Reisende lernen die Fremdsprache. Touristen laufen auf Trampelpfaden und lesen den Reiseführer, Reisende schreiben ihn neu. So oder so ähnlich reisen Meinungen umher, doch dabei wird oft vergessen, dass die Reise in Europa oft als Pauschalangebot ähnlich günstig in unseren Rucksack wandert. Auch für Studenten sind günstige, erschwingliche Angebote zu haben.
Vor- und Nachteile der Reisearten
Der Reisende ist auch ein Tourist. Es gibt Touristen, die großes Interesse an der Kultur des bereisten Landes zeigen, wie es auch Backpacker gibt, die auf der Suche nach der anderen Kultur sich selbst finden. Der Rucksacktourist ist flexibler als der Pauschalurlauber, wer eine Pauschalreise mit Halbpension bucht, muss sich morgens und abends zum Essen einfinden, kann nicht die andere Seite der Insel oder der Stadt bereisen, weil er abends zurück ins Hotel muss.
Im Backpacking liegt aber auch die Unsicherheit, einen Abend mal kein Dach über dem Kopf zu finden. Meistens nehmen Hostels Backpacker spontan auf, irgendwo wird sich schon ein Zimmer finden – ob das als stressig oder vorteilhaft empfunden wird, ist individuell unterschiedlich. Egal wie und wohin es in den Semesterferien geht, gemeinsam haben Pauschal-, und Rucksackurlauber eines – den Wunsch, sich mal treiben zu lassen und sich der Auszeit im Ausland hinzugeben. Gute Reise!
Von Esther Bonkowski
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