© Golden Pixels LLC / shutterstock.com
Dass zur Wissensvermittlung des Lehrers mehr gehört als Fachkompetenzen, ist allgemein bekannt: Ruhig, freundlich und bestimmt sollte er sein, und Bewältigungsstrategien haben gegen widerstrebende Kinder, die pädagogisch wertvoll sind. Soziale Kompetenzen braucht es, um bei Kindern, Teenagern und jungen Erwachsenen eine positive Lernhaltung zu erzeugen.
Einige deutsche Universitäten haben das erkannt und führten psychologische Eignungstests für Lehramtsstudenten sein. Seit 2011 muss jeder Abiturient einen Orientierungstest absolvieren, bevor er sich für ein Lehramtsstudium in Baden-Württemberg bewerben kann. Der Bewerber soll seine Eignung für den Beruf feststellen, heißt es, doch sollte der Test schlecht ausfallen, kann er oder sie trotzdem studieren: Der Tests ist anonym, ein Durchfallen unmöglich. Gut gedacht, aber eben nicht zuende gedacht: Was soll ein Eignungstest, wenn es dann jedem Abiturienten selbst überlassen ist, was er mit dem Ergebnis anfängt.
Sollte es nicht zur Pflicht werden, dass man nur mit einem bestandenen psychologischen Eignungstest Lehrer werden darf? Vielleicht sind die Lehramtsstudenten psychisch labil, haben Ticks oder sogar psychische Störungen - die man durch einen bundesweit verpflichtenden nichtanonymen Test aufdecken würde. Schließlich legt man das Wohl von mindestens einer Schulklasse in die Hände des Lehrers: 20 Kinder, die noch mitten in der Entwicklung stehen, die man unterstützen oder erschweren kann. 20 Kinder, deren Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen fragil ist. Kinder, die man mit falschen Umgangsformen emotional schädigen kann. Und nicht zuletzt Kinder, über deren Lebensweg man mitbestimmt.
So eine hohe Verantwortung tragen ehemalige Lehramtsstudenten vom ersten Tag an, dabei kommen sie ohne viel Praxiserfahrung von der Uni, vielleicht haben sie noch nie mit Kindern umgehen gelernt. Den richtigen Umgang mit Kindern jeden Alters zu finden, braucht es auch Entwicklungspsychologie in der universitären Ausbildung.
Finnland liegt bei den PISA Studien immer weit vorne mit Schülern, die hervorragend abschneiden. In Finnland bewerben sich regelmäßig tausende Abiturienten auf wenige hundert Studienplätze, die durch ein dreistufiges Auswahlverfahren vergeben werden. Dazu gehören Einzel- und Gruppeninterviews und die Arbeit mit erziehungswissenschaftlichen Texten. Nur wer hochmotiviert und geeignet ist, kommt durch - und das zeigt sich an den Leistungen der Schüler.
Doch Lehrer sind nicht die Einzigen mit viel Verantwortung: Ärzte haben ein mindestens genauso hohe Verantwortung ihren Patienten gegenüber. Egal ob Hausarzt, Kardiologe oder Chirurg: Sie alle stellen Diagnosen, die das Leben verändern können. Sie entscheiden über Leben und Tod. Fragt jemand danach, ob Herr Dr. K. von der Uni-Klinik psychisch gesund ist, stressresistent, das Skalpel noch unter hohem Druck mit klarem Kopf und ruhiger Hand führen kann? Ist er einfühlsam und geduldig, wenn er seinen Patienten ihre Krankheit erklärt? Empathie lernt man nicht in Vorlesungen, Stressbewältigung steht auch nicht im universitären Lehrplan.
Doch es ist nicht nur die Psyche: Gerade noch Medizinstudent an der Uni, nun steht er schon mit scharfem Instrumenten im OP. Kann man dem blutjungen Arzt vertrauen? Seinem theoretischen Wissen von der Uni? Da stellt sich doch die Frage, wie viel Praxis der junge Arzt wirklich schon hatte. Ist er vielleicht gar nicht geeignet für den Job, weil seine Hand zittert, er grobmotorisch oder ungenau ist?
Auch Medizinstudenten sollten mehr Praxisunterricht an der Uni haben. Und sie sollten psychologisch geschult werden, keine Fachidioten sein. Immerhin 15 deutsche Universitäten bieten den Test für medizinische Studiengänge (TMS) an, der auch einen psychologischen Eignungstest enthält. Die Teilnahme ist freiwillig - natürlich.
von Isabell M.
Einige deutsche Universitäten haben das erkannt und führten psychologische Eignungstests für Lehramtsstudenten sein. Seit 2011 muss jeder Abiturient einen Orientierungstest absolvieren, bevor er sich für ein Lehramtsstudium in Baden-Württemberg bewerben kann. Der Bewerber soll seine Eignung für den Beruf feststellen, heißt es, doch sollte der Test schlecht ausfallen, kann er oder sie trotzdem studieren: Der Tests ist anonym, ein Durchfallen unmöglich. Gut gedacht, aber eben nicht zuende gedacht: Was soll ein Eignungstest, wenn es dann jedem Abiturienten selbst überlassen ist, was er mit dem Ergebnis anfängt.
Sollte es nicht zur Pflicht werden, dass man nur mit einem bestandenen psychologischen Eignungstest Lehrer werden darf? Vielleicht sind die Lehramtsstudenten psychisch labil, haben Ticks oder sogar psychische Störungen - die man durch einen bundesweit verpflichtenden nichtanonymen Test aufdecken würde. Schließlich legt man das Wohl von mindestens einer Schulklasse in die Hände des Lehrers: 20 Kinder, die noch mitten in der Entwicklung stehen, die man unterstützen oder erschweren kann. 20 Kinder, deren Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen fragil ist. Kinder, die man mit falschen Umgangsformen emotional schädigen kann. Und nicht zuletzt Kinder, über deren Lebensweg man mitbestimmt.
So eine hohe Verantwortung tragen ehemalige Lehramtsstudenten vom ersten Tag an, dabei kommen sie ohne viel Praxiserfahrung von der Uni, vielleicht haben sie noch nie mit Kindern umgehen gelernt. Den richtigen Umgang mit Kindern jeden Alters zu finden, braucht es auch Entwicklungspsychologie in der universitären Ausbildung.
Finnland liegt bei den PISA Studien immer weit vorne mit Schülern, die hervorragend abschneiden. In Finnland bewerben sich regelmäßig tausende Abiturienten auf wenige hundert Studienplätze, die durch ein dreistufiges Auswahlverfahren vergeben werden. Dazu gehören Einzel- und Gruppeninterviews und die Arbeit mit erziehungswissenschaftlichen Texten. Nur wer hochmotiviert und geeignet ist, kommt durch - und das zeigt sich an den Leistungen der Schüler.
Doch Lehrer sind nicht die Einzigen mit viel Verantwortung: Ärzte haben ein mindestens genauso hohe Verantwortung ihren Patienten gegenüber. Egal ob Hausarzt, Kardiologe oder Chirurg: Sie alle stellen Diagnosen, die das Leben verändern können. Sie entscheiden über Leben und Tod. Fragt jemand danach, ob Herr Dr. K. von der Uni-Klinik psychisch gesund ist, stressresistent, das Skalpel noch unter hohem Druck mit klarem Kopf und ruhiger Hand führen kann? Ist er einfühlsam und geduldig, wenn er seinen Patienten ihre Krankheit erklärt? Empathie lernt man nicht in Vorlesungen, Stressbewältigung steht auch nicht im universitären Lehrplan.
Doch es ist nicht nur die Psyche: Gerade noch Medizinstudent an der Uni, nun steht er schon mit scharfem Instrumenten im OP. Kann man dem blutjungen Arzt vertrauen? Seinem theoretischen Wissen von der Uni? Da stellt sich doch die Frage, wie viel Praxis der junge Arzt wirklich schon hatte. Ist er vielleicht gar nicht geeignet für den Job, weil seine Hand zittert, er grobmotorisch oder ungenau ist?
Auch Medizinstudenten sollten mehr Praxisunterricht an der Uni haben. Und sie sollten psychologisch geschult werden, keine Fachidioten sein. Immerhin 15 deutsche Universitäten bieten den Test für medizinische Studiengänge (TMS) an, der auch einen psychologischen Eignungstest enthält. Die Teilnahme ist freiwillig - natürlich.
von Isabell M.
Kommentar: Wunderbar, Du möchtest einen Kommentar zu "Für den Job geeignet? Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" schreiben.
Minijobs
Studienjournal
© Tyler Olson / shutterstock.com
Der 5. Dezember ist Tag des Ehrenamts. Beim Betreten meiner Uni erkenne ich das studentische Engagement sofort: In der...
© baranq / shutterstock.com
Die meisten Universitäten verlangen ein Praktikum, das entweder eine Voraussetzung für ein Studium ist oder das während...
© baranq / shutterstock.com
Für uns selbstverständlich: Sagen, was uns nicht passt, beim Professor beschweren, ins Studierendenparlament gehen oder...
Bewerbungstipps
© Yuri Arcurs / shutterstock.com
Im Kampf um die besten Mitarbeiter werben viele Firmen zunehmend mit verlockenden Versprechungen. Der Arbeitsmarkt wird...
© carlosseller / shutterstock.com
Obwohl noch immer die Abschlussnote das Hauptkriterium ist um in die nähere Auswahl für die angestrebte Stelle zu...
© Ollyy / www.shutterstock.com
Die erste Hürde ist geschafft, Sie wurden zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Damit haben Sie bereits mit Ihren...
Weiterführende Informationen
Ähnliche Artikel finden? Suchen Sie weiter mit Google:
