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Nur noch zwei Wochen, bis die Hausarbeit fertig und abgegeben sein muss. Eigentlich ist es also wirklich an der Zeit, bald mit dem Schreiben anzufangen. Vorher muss aber unbedingt der Schreibtisch aufgeräumt werden, denn in so einem Chaos kann man ja nicht arbeiten. Und das Badezimmer könnte auch mal wieder geputzt werden. Warum nicht also gleich noch einkaufen gehen, wenn man schon mal mit den häuslichen Arbeiten angefangen hat?
Viele Menschen schieben wichtige Arbeiten gerne mal auf, und besonders Studenten werden besonders kreativ wenn es darum geht, sich von Uni-Aufgaben abzulenken. Man spricht in diesem Zusammenhang von „Prokrastination“, das ein Verhalten bezeichnet, notwendige aber als unangenehm empfundene Aufgaben immer wieder zu verschieben, anstatt zu sie erledigen.
Wenn Putzen plötzlich mehr Spaß macht als Uni-Pflichten
Prokrastination ist nicht das gleiche wie Faulheit, denn schließlich räumt der notorische Aufschieber auf, telefoniert mit Freunden oder beantwortet auf Facebook Nachrichten. Nur macht der Betreffende eben nicht das, was er eigentlich tun sollte, nämlich am Schreibtisch sitzen um zu lernen oder an seiner Arbeit zu schreiben. Neben Studenten betrifft dieses Problem auch Selbstständige, Freiberufler oder auch Lehrer, die ihre Arbeit zu großen Teilen selbstständig erledigen.
Bis zu einem gewissen Punkt ist es normal, lästige Pflichten aufzuschieben. Etwa jeder zweite Student prokrastiniert gerne, bei etwa 20 % ist das Aufschieben aber chronisch. Sie empfinden die Arbeitsbelastung im Studium als höher, als sie tatsächlich ist. Durch verschiedene Ablenkungen verschwindet der Stress für einen kurzen Augenblick und die Zeit kann mit angenehmeren Dingen verbracht werden.
Die langfristigen Folgen von Prokrastination können verheerend sein und sich in einer längeren Studiendauer und schlechten Noten äußern. Wenn keine Zeit mehr zum Korrekturlesen zur Verfügung steht, leidet die Qualität der Arbeit. Aufschieber, die sich dem Leistungsdruck nicht mehr gewachsen fühlen, laufen sogar Gefahr, ihr Studium abzubrechen. Darüber hinaus neigen prokrastinierende Studenten eher zum akademischen Betrug, wie Fälschung von Attesten, um das Abgabedatum für eine Hausarbeit zu verlängern, oder Plagiat. Betroffene Studenten sind meist unzufrieden, haben ein erhöhtes Risiko, depressiv zu werden. Auch körperliche Beschwerden wie Schlafstörungen, Herz- und Kreislaufprobleme können auftreten.
Vemeidungs- vs. Erregungsaufschieber
Die Gründe für dieses Verhalten sind unterschiedlicher Natur. Zunächst gibt es verschiedene Typen von Aufschiebern: Den Erregungsaufschieber zögert Aufgaben bis zum letzten Moment hinaus, weil er den Adrenalinschub braucht um dann äußerst aktiv bis zum Ende durchzuarbeiten. Ob dieses Verhalten besonders effizient oder doch nur Selbstbetrug ist, bleibt umstritten.
Der zweite Typus ist der Vermeidungsaufschieber, der prokrastiniert, um Ängste zu vermeiden. Verbunden damit sind oft hohe Ansprüche an sich selbst und die Angst, zu versagen.
Wer eine schlechte Note für eine Arbeit bekommt, für die er nur drei Tage verwendet hat, ist weniger enttäuscht und schützt so das eigene Selbstwertgefühl. Schließlich kann man sich einbilden, dass die Note viel besser ausgefallen wäre, wenn man eine Woche lang zum Schreiben verwendet hätte. Vermeidungsaufschieber sollten sich fragen, warum sie Angst haben: Weil nach der Bachelor-Arbeit die Wahl des Masterstudiengangs oder Berufes erfolgen muss? Hat man vielleicht gar kein Interesse an seinem Studienfach?
Selbstorganisation lernen
Eine weitere Ursache für Prokrastination kann auch mangelnde Organisation sein. Viele Studenten erklären, dass sie nie gelernt hätten, selbstständig zu lernen und ihre Arbeit zu organisieren. Dagegen kann man handeln, indem man einen Plan erstellt, in dem die Arbeit aufgelistet und in kleine Schritte unterteilt wird. Die große, scheinbar unlösbare Aufgabe wird in so in mehrere Etappen umgewandelt, die leichter zu erreichen sind. Dadurch hat man das Gefühl, etwas geschafft zu haben und kann sich über das die Erfolgserlebnisse freuen. Wichtig ist es außerdem, Pausen einzuplanen und sich am Ende des Tages selbst zu belohnen, beispielsweise durch ein Treffen mit Freunden oder einem Fernsehabend mit der Lieblingsserie. Die Lern- oder Arbeitszeiten sollten fest sein und auch der Arbeitsort sollte gleich bleiben, wie etwa die Bibliothek. Eine klare Trennung von Wohn- und Arbeitsplatz ist oft hilfreich, weil Betroffene zu Hause nicht selbstdiszipliniert genug sind.
Neben der richtigen Organisation gibt es auch die Strategie, zu bedenken, was die Kosten für das Aufschieben sind. Prokrastinierende müssen sich ihrem freien Willen bewusst werden: Man muss im Leben nichts machen, aber man muss auch mit den Konsequenzen leben.
Wem das alles nicht hilft, sollte sich Hilfe von außen suchen und mit anderen über seine Probleme sprechen. Viele Hochschulen bieten Unterstützung für Studenten an, die zum Aufschieben neigen, wie etwa die Universität Münster, die dafür eine Prokrastinationsambulanz eingerichtet hat.
Karoline M.
Viele Menschen schieben wichtige Arbeiten gerne mal auf, und besonders Studenten werden besonders kreativ wenn es darum geht, sich von Uni-Aufgaben abzulenken. Man spricht in diesem Zusammenhang von „Prokrastination“, das ein Verhalten bezeichnet, notwendige aber als unangenehm empfundene Aufgaben immer wieder zu verschieben, anstatt zu sie erledigen.
Wenn Putzen plötzlich mehr Spaß macht als Uni-Pflichten
Prokrastination ist nicht das gleiche wie Faulheit, denn schließlich räumt der notorische Aufschieber auf, telefoniert mit Freunden oder beantwortet auf Facebook Nachrichten. Nur macht der Betreffende eben nicht das, was er eigentlich tun sollte, nämlich am Schreibtisch sitzen um zu lernen oder an seiner Arbeit zu schreiben. Neben Studenten betrifft dieses Problem auch Selbstständige, Freiberufler oder auch Lehrer, die ihre Arbeit zu großen Teilen selbstständig erledigen.
Bis zu einem gewissen Punkt ist es normal, lästige Pflichten aufzuschieben. Etwa jeder zweite Student prokrastiniert gerne, bei etwa 20 % ist das Aufschieben aber chronisch. Sie empfinden die Arbeitsbelastung im Studium als höher, als sie tatsächlich ist. Durch verschiedene Ablenkungen verschwindet der Stress für einen kurzen Augenblick und die Zeit kann mit angenehmeren Dingen verbracht werden.
Die langfristigen Folgen von Prokrastination können verheerend sein und sich in einer längeren Studiendauer und schlechten Noten äußern. Wenn keine Zeit mehr zum Korrekturlesen zur Verfügung steht, leidet die Qualität der Arbeit. Aufschieber, die sich dem Leistungsdruck nicht mehr gewachsen fühlen, laufen sogar Gefahr, ihr Studium abzubrechen. Darüber hinaus neigen prokrastinierende Studenten eher zum akademischen Betrug, wie Fälschung von Attesten, um das Abgabedatum für eine Hausarbeit zu verlängern, oder Plagiat. Betroffene Studenten sind meist unzufrieden, haben ein erhöhtes Risiko, depressiv zu werden. Auch körperliche Beschwerden wie Schlafstörungen, Herz- und Kreislaufprobleme können auftreten.
Vemeidungs- vs. Erregungsaufschieber
Die Gründe für dieses Verhalten sind unterschiedlicher Natur. Zunächst gibt es verschiedene Typen von Aufschiebern: Den Erregungsaufschieber zögert Aufgaben bis zum letzten Moment hinaus, weil er den Adrenalinschub braucht um dann äußerst aktiv bis zum Ende durchzuarbeiten. Ob dieses Verhalten besonders effizient oder doch nur Selbstbetrug ist, bleibt umstritten.
Der zweite Typus ist der Vermeidungsaufschieber, der prokrastiniert, um Ängste zu vermeiden. Verbunden damit sind oft hohe Ansprüche an sich selbst und die Angst, zu versagen.
Wer eine schlechte Note für eine Arbeit bekommt, für die er nur drei Tage verwendet hat, ist weniger enttäuscht und schützt so das eigene Selbstwertgefühl. Schließlich kann man sich einbilden, dass die Note viel besser ausgefallen wäre, wenn man eine Woche lang zum Schreiben verwendet hätte. Vermeidungsaufschieber sollten sich fragen, warum sie Angst haben: Weil nach der Bachelor-Arbeit die Wahl des Masterstudiengangs oder Berufes erfolgen muss? Hat man vielleicht gar kein Interesse an seinem Studienfach?
Selbstorganisation lernen
Eine weitere Ursache für Prokrastination kann auch mangelnde Organisation sein. Viele Studenten erklären, dass sie nie gelernt hätten, selbstständig zu lernen und ihre Arbeit zu organisieren. Dagegen kann man handeln, indem man einen Plan erstellt, in dem die Arbeit aufgelistet und in kleine Schritte unterteilt wird. Die große, scheinbar unlösbare Aufgabe wird in so in mehrere Etappen umgewandelt, die leichter zu erreichen sind. Dadurch hat man das Gefühl, etwas geschafft zu haben und kann sich über das die Erfolgserlebnisse freuen. Wichtig ist es außerdem, Pausen einzuplanen und sich am Ende des Tages selbst zu belohnen, beispielsweise durch ein Treffen mit Freunden oder einem Fernsehabend mit der Lieblingsserie. Die Lern- oder Arbeitszeiten sollten fest sein und auch der Arbeitsort sollte gleich bleiben, wie etwa die Bibliothek. Eine klare Trennung von Wohn- und Arbeitsplatz ist oft hilfreich, weil Betroffene zu Hause nicht selbstdiszipliniert genug sind.
Neben der richtigen Organisation gibt es auch die Strategie, zu bedenken, was die Kosten für das Aufschieben sind. Prokrastinierende müssen sich ihrem freien Willen bewusst werden: Man muss im Leben nichts machen, aber man muss auch mit den Konsequenzen leben.
Wem das alles nicht hilft, sollte sich Hilfe von außen suchen und mit anderen über seine Probleme sprechen. Viele Hochschulen bieten Unterstützung für Studenten an, die zum Aufschieben neigen, wie etwa die Universität Münster, die dafür eine Prokrastinationsambulanz eingerichtet hat.
Karoline M.
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