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Seit ungefähr 200.000 Jahren ist der Mensch auf dem Planeten Erde nachweisbar. Fossile Überreste finden sich in Afrika und anderen Teilen der Welt. Homo Sapiens, der vernunftbegabte Mensch, ist was seine biologische Systematik angeht ein Säugetier. Geboren aus dem Körper einer Mutter, ist er ein Teil des Systems Erde. Jedoch hat sich der Mensch aufgeschwungen und etwas anders gemacht als seine mitunter eng verwandten Säugetierkollegen. Etwas bewandte ihn dazu die Savanne zu verlassen, sich ein Heim zu bauen und seine Geschlechtsteile zu bedecken. Im Allgemeinen sprechen wir hier von Bewusstwerdung.
Den Menschen trieb etwas an: Ehrgeiz. Er wollte mehr als auf dem Baum hocken und grunzen, mehr als in einer Höhle oder einer Hütte sitzen. Heute baut der Mensch mehrere hundert Meter hohe Häuser, die im wahrsten Sinne des Wortes bis in den Himmel reichen. Der Turm von Babel sähe gegen diese gigantischen Bauwerke nahezu mickerig aus mit seinen geschätzten 90 Metern Höhe. Der Mensch hat in seiner Werdensgeschichte so einiges zustande gebracht, er erfand das Rad, das iPhone und entwickelte eine differenzierte Heilkunst und machte sich die Welt untertan. Er lernte die Elektrizität kennen und nutzen, er verheizte ganze Landstriche und baute Maschinen die seine Arbeit verrichteten. Hier hätte er bleiben sollen der Mensch, an dem Punkt, an dem sein Leben erleichtert wurde, doch der Mensch wollte mehr. Heute sehen wir die Erde an, und finden kaum noch einen Flecken der nicht vom Menschen urbar gemacht wurde. Wir haben die Natur verdrängt. Ganze Kontinente sind abgeholzt und ganze Landstriche aufgewühlt um an Öl und Bodenschätze zu gelangen. Wir wühlen in Mutter Erdes Gedärmen und spülen ihre Reichtümer mit giftiger Brühe heraus die wir dann wieder irgendwo im Boden versickern lassen.
Kanada ist ein Land das so ursprünglich und wild gewachsen ist, wie kaum ein zweites. Schneebedeckte Gipfel umranden wilde, unberührte Fichtenwälder mit kristallklaren Seen. Braunbären und Grizleys angeln Lachse aus sprudelnden Flüssen und über diese Idylle spannt sich ein endloser blauer Himmel. So stellen wir uns Kanada vor. Wir schätzen es wegen seiner Ursprünglichkeit und der Vielfalt des Lebens in der Wildnis. Kanada ist ein Traum vieler, doch für viele Menschen die in Kanada leben, ist aus dem Traum längst ein Alptraum geworden, denn seit der Jahrtausendwende wird im kanadischen Alberta Öl abgebaut und das im großen Umfang.
Das Vorkommen das unter den kanadischen Wäldern vermutet wird ist immens: Man geht von 170 Milliarden Barrel abbaubarem Öl aus. (Ein Barrel sind 159Liter) Das Problem an der Sache ist, das das Öl im sandigen Waldoden gebunden ist. Albertas Teersande sind ein klebriges, schwarzes Gemisch aus 83 Prozent Sand, vier Prozent Wasser, drei Prozent Ton und zehn Prozent flüssigem Bitumen. Um aus diesem Gemisch, das meist in Tiefen von mindestens 30 Metern zu finden ist, brauchbares Erdöl zu gewinnen, ist ein aufwendiger und kostspieliger Prozess von Nöten. Zuerst muss der Wald gerodet und der Boden abgetragen werden um an die tiefliegenden Ölschichten zu gelangen. Riesige LKW transportieren dann den Sand zur Weiterverarbeitung. Mit Hilfe von Chemie und sehr viel Wasser wird dann das Bitumen aus dem Sand gewaschen. Die Seen mit der giftigen Chemiebrühe, die das kontaminierte Wasser auffangen, sind so groß das sie selbst vom Weltraum aus gesehen werden können. Insgesamt sollen allein diese Gift Seen eine Fläche von 130 Quadratkilometern einnehmen, das ist annähernd halb so groß wie das Stadtgebiet Kölns. Die ehemals unberührte Landschaft gleicht einer Kraterwüste aus Schwefelbergen und giftiger Schlacke. Diese Schlacke enthält raue Mengen Schwermetalle wie Quecksilber und giftige Kohlenwasserstoffe.
Umweltschützer sind mehr als bestürzt über die Zustände in Alberta, aber tun können sie wenig, trotz der Tatsache dass die Krebsraten in der Region seit Beginn der Förderung enorm gestiegen sind. Umweltschützer gehen global auf die Barrikaden um das schmutzige Geschäft mit dem Teersand zu beenden. Es werden Proteste laut, das schmutzige Öl gerät zunehmend in die Kritik. Die Zukunft wird zeigen ob die Vernunft vielleicht einmal einen Sieg über die Gier der Menschen davonzutragen vermag. Wahrscheinlich ist das allerdings nicht.
Von Natascha Neufuß
Den Menschen trieb etwas an: Ehrgeiz. Er wollte mehr als auf dem Baum hocken und grunzen, mehr als in einer Höhle oder einer Hütte sitzen. Heute baut der Mensch mehrere hundert Meter hohe Häuser, die im wahrsten Sinne des Wortes bis in den Himmel reichen. Der Turm von Babel sähe gegen diese gigantischen Bauwerke nahezu mickerig aus mit seinen geschätzten 90 Metern Höhe. Der Mensch hat in seiner Werdensgeschichte so einiges zustande gebracht, er erfand das Rad, das iPhone und entwickelte eine differenzierte Heilkunst und machte sich die Welt untertan. Er lernte die Elektrizität kennen und nutzen, er verheizte ganze Landstriche und baute Maschinen die seine Arbeit verrichteten. Hier hätte er bleiben sollen der Mensch, an dem Punkt, an dem sein Leben erleichtert wurde, doch der Mensch wollte mehr. Heute sehen wir die Erde an, und finden kaum noch einen Flecken der nicht vom Menschen urbar gemacht wurde. Wir haben die Natur verdrängt. Ganze Kontinente sind abgeholzt und ganze Landstriche aufgewühlt um an Öl und Bodenschätze zu gelangen. Wir wühlen in Mutter Erdes Gedärmen und spülen ihre Reichtümer mit giftiger Brühe heraus die wir dann wieder irgendwo im Boden versickern lassen.
Kanada ist ein Land das so ursprünglich und wild gewachsen ist, wie kaum ein zweites. Schneebedeckte Gipfel umranden wilde, unberührte Fichtenwälder mit kristallklaren Seen. Braunbären und Grizleys angeln Lachse aus sprudelnden Flüssen und über diese Idylle spannt sich ein endloser blauer Himmel. So stellen wir uns Kanada vor. Wir schätzen es wegen seiner Ursprünglichkeit und der Vielfalt des Lebens in der Wildnis. Kanada ist ein Traum vieler, doch für viele Menschen die in Kanada leben, ist aus dem Traum längst ein Alptraum geworden, denn seit der Jahrtausendwende wird im kanadischen Alberta Öl abgebaut und das im großen Umfang.
Das Vorkommen das unter den kanadischen Wäldern vermutet wird ist immens: Man geht von 170 Milliarden Barrel abbaubarem Öl aus. (Ein Barrel sind 159Liter) Das Problem an der Sache ist, das das Öl im sandigen Waldoden gebunden ist. Albertas Teersande sind ein klebriges, schwarzes Gemisch aus 83 Prozent Sand, vier Prozent Wasser, drei Prozent Ton und zehn Prozent flüssigem Bitumen. Um aus diesem Gemisch, das meist in Tiefen von mindestens 30 Metern zu finden ist, brauchbares Erdöl zu gewinnen, ist ein aufwendiger und kostspieliger Prozess von Nöten. Zuerst muss der Wald gerodet und der Boden abgetragen werden um an die tiefliegenden Ölschichten zu gelangen. Riesige LKW transportieren dann den Sand zur Weiterverarbeitung. Mit Hilfe von Chemie und sehr viel Wasser wird dann das Bitumen aus dem Sand gewaschen. Die Seen mit der giftigen Chemiebrühe, die das kontaminierte Wasser auffangen, sind so groß das sie selbst vom Weltraum aus gesehen werden können. Insgesamt sollen allein diese Gift Seen eine Fläche von 130 Quadratkilometern einnehmen, das ist annähernd halb so groß wie das Stadtgebiet Kölns. Die ehemals unberührte Landschaft gleicht einer Kraterwüste aus Schwefelbergen und giftiger Schlacke. Diese Schlacke enthält raue Mengen Schwermetalle wie Quecksilber und giftige Kohlenwasserstoffe.
Umweltschützer sind mehr als bestürzt über die Zustände in Alberta, aber tun können sie wenig, trotz der Tatsache dass die Krebsraten in der Region seit Beginn der Förderung enorm gestiegen sind. Umweltschützer gehen global auf die Barrikaden um das schmutzige Geschäft mit dem Teersand zu beenden. Es werden Proteste laut, das schmutzige Öl gerät zunehmend in die Kritik. Die Zukunft wird zeigen ob die Vernunft vielleicht einmal einen Sieg über die Gier der Menschen davonzutragen vermag. Wahrscheinlich ist das allerdings nicht.
Von Natascha Neufuß
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