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27. Januar 2017
So meisterst du die Sprechstunde bei deinem Prof.!
Wenn man das erste Mal die Sprechstunde des Professors/ der Professorin oder des Dozenten/ der Dozentin wahrnimmt, kann das ziemlich beängstigend sein. Es wird über deine Leistungen gesprochen und nicht selten wirst du kritisiert. Oft kann das Selbstwertgefühl darunter leiden, denn das Autoritätsgefälle zwischen Prof. und Studierendem ist hoch. Früher haben sich deine Eltern noch die Kritik deiner Lehrer angehört, weil Lehrer ihre Schüler bis ins hohe Teenageralter immer noch als unmündig eingestuft haben. Heute an der Uni musst du dich der Kritik selbst stellen. Hier sind fünf Tipps für dich, die dir helfen sollen die Sprechstunde mit deinen Dozenten/ deiner Dozentin souverän zu meistern.
Sobald du die ersten Wochen an der Hochschule überstanden hast, kündigen sich schon die Prüfungsleistungen an, die du in Form von Klausuren oder Hausarbeiten bestehen möchtest. Wenn du eine Hausarbeit schreiben musst, kannst oder solltest du dich nicht vor der Sprechstunde mit dem zuständigen oder der zuständigen Dozentin drücken. Weil du dich akademischen Sprechstunden während deines gesamten Studiums stellen musst, gibt es hier:
Tipps für eine erfolgreiche Sprechstunde
1. Der Einstieg
Bei Fragen, die dich beschäftigen, sollten die ersten Anlaufstellen deine Kommilitonen sein, wenn die dir nicht weiterhelfen können, kannst du einen Tutor oder eine Tutorin fragen. Ansonsten kannst du auch zur Fachschaft deiner Fakultät gehen, die „Fachschaftler“ helfen dir gerne. Wenn es allerdings um inhaltliche Fragen geht, die deine Hausarbeit, Seminararbeit oder deine Abschlussarbeit betreffen, musst du dich mit deinem Professor oder deiner Professorin verabreden. Du hast einen Termin ausgemacht und stehst vor der Bürotür. Jetzt musst du klopfen und unbedingt auf das obligatorische „herein“ warten.
Da der Dozent oder die Dozentin nicht alle Namen kennt und du ihn oder sie nicht in Verlegenheit bringen möchtest, sagst du deinen Namen nach der Begrüßung. Ob der oder die Lehrende zur Begrüßung deine Hand schüttelt, überlässt du ihr oder ihm. Um den Gesprächseinstieg zu erleichtern, beginnen viele Dozenten/ Dozentinnen mit Smalltalk, das muss aber nicht sein. Auch hier ist es dem Dozenten/ der Dozentin überlassen zu beginnen. Wenn er oder sie dir signalisieren das Gespräch zu beginnen, dann rede nicht erst über das Wetter oder das Essen in der Mensa. Komm lieber direkt zum Thema und vermeide Abschweifungen.
2. Gute Vorbereitung ist Pflicht
Im „Hauptteil“ des Gesprächs ist gute Vorbereitung ein definitives und unbedingtes Muss. Du gehst ja schließlich auch nicht zum Arzt ohne vorher zu wissen welche Beschwerden du hast. Es ist auf jeden Fall sehr wichtig, dass du dich inhaltlich mit dem Thema auseinandergesetzt hast, bevor du zur Sprechstunde gehst. Wenn es noch um die Themenfindung geht, habe zwei Themen parat. Das kommt gut bei deinem Dozenten/ deiner Dozentin an, denn er oder sie hat Wahlmöglichkeiten. Darüber hinaus zeigst du, dass du dir Gedanken über den Sachverhalt gemacht hast und dass du die wertvolle Zeit des Professors/ Professorin nicht vergeudest.
Neben den Themenvorschlägen solltest du auch ein grobes Konzept vorstellen können. Ganz wichtig: habe immer Stift und Papier mit, wenn du in die Sprechstunde deines Dozenten oder deiner Dozentin gehst, damit du dir Notizen machen kannst, wenn der Prof. etwas wichtiges hinzuzufügen hat. Wichtige Unterlagen solltest du immer griffbereit haben, so dass du nicht allzu lange kramen und blättern musst, wenn der Dozent/ die Dozentin wünscht Unterlagen zu sehen. Wenn du gut vorbereitet in die Sprechstunde gehst, kann dir schon fast nichts mehr passieren.
3. Konsequent bleiben
Was auch passiert, versuch nicht einzuknicken, wenn es um dein Thema geht. Auf der einen Seite macht es dir mehr Freude über das zu schreiben, was dich interessiert. Auf der anderen Seite zeugt es von Standhaftigkeit und zeigt deinem Professor oder Professorin, dass du einen gefestigten Standpunkt hast. Natürlich, der Lehrende hat meist mehr Ahnung als ein Studierender, deswegen solltest du dich überzeugen lassen, wenn die Argumente dir einleuchten. Bringe immer deine eigene Überzeugung mit ein und stehe dafür ein. Knick erst ein, wenn es nicht mehr anders geht.
4. Wenn noch etwas unklar ist, fragen!
Falls dir während der Besprechung noch einige Sachverhalte unklar sind, scheu dich nicht nach zu fragen. Bis zur nächsten Sprechstunde sind es wahrscheinlich noch ein paar Wochen und bis dahin solltest du schon den Großteil deiner Arbeit geschrieben haben. Sicherlich möchtest du auf deinen Dozenten/ deine Dozentin nicht blöd wirken, aber alles abzunicken wirkt auf den Dozenten/ die Dozentin eher wie Desinteresse. Nachzuhaken fungiert nicht nur als Absicherung für dich, sondern es unterstreicht dein Interesse am Seminar und am Thema deiner Arbeit. Einen weiteren, ganz banalen Vorteil bringt das Nachfragen auch mit sich: Je klarer und deutlicher ihr euch verständigt, desto größere Chancen hast du eine gute Note zu bekommen.
5. Der erste Eindruck zählt
Gerade an großen Hochschulen mit vielen Studierenden kennen die Lehrenden oft nur die Matrikelnummer der Studierenden. Wenn dich dein Dozent oder deine Dozentin unter deinem Namen kennt, ist das ein sehr gutes Zeichen. Falls du am Ende des Semesters zwischen zwei Noten stehen solltest, sind dir die Sympathiepunkte sicher, die du in der Sprechstunde gesammelt hast. Auch Wissenschaftler haben eine Schwäche für höfliche Menschen. Merke dir: Immer höflich sein und lächeln. Nicht weil dein Dozent einen Doktortitel innehat, möchte er höflich und respektvoll behandelt werden, sondern weil er ein Mensch wie du ist, der auch gerne höflich und respektvoll behandelt wird. Also nimm die Kopfhörer aus deinen Ohren und die Mütze von deinem Kopf, bevor du an der Bürotür deines Dozenten oder deiner Dozentin klopfst.
Von Charlotte Lünstroth
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