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09. Januar 2017
Was erwartet mich im Medizinstudium?
Allgemein bekannt ist, dass die Semesterpartys der Mediziner die gesündesten sind. Um dem Hangover vorzubeugen kann man einfach an den Tropf. Mythen und Sagen beiseite, was kannst du von deinem Medizinstudium wirklich erwarten? Die 6 Jahre und 3 Monate, also 12 Semester bis zum Staatsexamen, verbringst du sicherlich nicht nur mit feiern, sondern vor allem mit einer Aktivität – lernen, lernen, lernen!
Lies hier alles wirksame rund um brauchbare oder nötige Vorkenntnisse, Studienzulassung, den Inhalten des vorklinischen und klinischen Teils, der Famulatur, das Praktische Jahr und die ärztlichen Prüfungen bis hin zur Approbation, und erfahre, was diese nie gehörten Begriffe überhaupt bedeuten!
Vorkenntnisse: Latein? Englisch?
Die meisten Unis in Deutschland verzichten auf das Latinum, da es sowieso Terminologiekurse gibt, in denen die Fachbegriffe gepaukt werden. Natürlich kann das zusätzliche Know-How dir helfen, diesen leichter zu meistern – und diese auf -um und -a endenden Begriffe sinnvoll einzuordnen. Englisch ist die Wissenschaftssprache des 21. Jahrhunderts. Viele Arbeiten und Abhandlungen werden dir begegnen, die dein englisches Ohr beanspruchen und schulen – es ist also gut, wenn du schon einiges verstehst, no need to worry about your qualification in Latin as much as your English proficiency!
Vorkenntnisse: Chemie? Biologie? Physik?
Hier gilt die Gleiche Antwort, Vorkenntnisse sind hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. Fundiertes Chemiewissen und Verständnis chemischer Vorgänge können dir weiterhelfen, wenn du im vorklinischen Teil deines Studiums im Chemiekurs sitzt. Wissen in Physik und Biologie sowie ein medizin-naturwissenschaftliches Grundverständnis sind ebenso vorteilhaft und erwünscht.
Voraussetzungen
Vor allem aber brauchst du die Motivation, dein Studium zu organisieren. Auch ein gewisses Maß an Belastbarkeit ist notwendig. Sogar ein hohes Maß an Belastbarkeit, da die gesetzlichen Vorgaben das Medizinstudium in Deutschland stark reglementieren und du so mindestens 25-30 Semesterwochenstunden nur für die Pflichtveranstaltungen leisten musst.
Studienzulassung: Hilfe, Zulassung nur mit Einser-Abi?
Allgemein ranken sich viele Mythen rund um die Zulassung zum Medizinstudium. Nur Abiturienten mit dem 1,0 Schnitt haben überhaupt eine Chance, ins Medizinstudium zu kommen? Falsch!
Die Bewerbung läuft über hochschulstart.de, diese Plattform wird von der Stiftung für Hochschulzulassungen betrieben und sortiert wirklich nach Noten aus. Das Medizinstudium hat einen bundesweiten Numerus Clausus und ist somit wirklich nicht einfach zu haben. Dabei gilt für die Zulassung 20-20-60. Natürlich geht es hier nicht um die Anatomie, was ja unmöglich wäre, sonder um das Prinzip, dass 20% nach bester Abiturnote, also der 1,0 oder 1,1 Schnitt, vergeben werden, weitere 20% nach Wartezeit, und 60% nach Auswahlkriterien der jeweiligen Universitäten. Diese Kriterien können ebenfalls die gute Abinote sein. Wer also auf Wartezeit hofft, der muss lange warten – im Schnitt waren es 2016 rund 14 Wartesemester!
Hoffnung machen Unis, die auf Medizintests oder Auswahlgespräche setzen, um ihre Studenten auszuwählen. Der spezielle Medizinertest kann nur einmal abgelegt werden und kostet 73 Euro. In Deutschland haben 21 Unis sich die Bewerber mit gutem Medizinertest genauer angeschaut. Auch wenn du zuvor eine Ausbildung im medizinischen Bereich absolviert hast, ist das an manchen Unis dein Vorteil. Verschlechtern kannst du dich zumindest nicht! Zur Not kommen auch ausländische Universitäten infrage. Vor allem in der EU bietet sich ein Studium an, da du dann eher die Zulassung für den deutschen Markt erhältst.
Inhalte: vorklinischer Teil (Ende: erste ärztliche Prüfung)
In Deutschland gibt es 39 Hochschulen, die das Medizinstudium anbieten. Zeitabläufe und Studienprogramme unterscheiden sich zwischen den Institutionen, der grundsätzliche Aufbau ist aber staatlich gesichert. Die Vorklinik bezeichnet allgemein eine zweijährigen Zeitspanne im Medizinstudium, in der du die Grundsteine deiner Karriere legst. Von Niedersachsen bis Bayern findet sich auch in deiner Nähe eine Hochschule, in der du dich in Anatomie-, Chemie- und Physikvorlesungen verlieren kannst. Das sind Inhalte des ersten Jahres, darüber hinaus wirst du Praktika ableisten.
Ob Humanwissenschaften, Biochemie, Histologie, Genetik oder Zellbiologie, hier wird dein Wissensdurst gestillt. Außerdem wirst du vor allem Anatomie büffeln. Lass dich nicht abschrecken von den Praktika die auf dich zukommen – an Leichen sezieren ist sicherlich eine große Überwindung, aber auch eine reiche Lernquelle. Manche Universitäten lassen dich schon im ersten Jahr am Objekt lernen. Ein Krankenpflegepraktikum im Umfang von 90 Tagen sowie eine Erste-Hilfe-Ausbildung musst du nachweisen können, am Besten schon vor Studienbeginn. Die Nachweise können aber auch im vorklinischen Studienabschnitt erbracht werden. Am Ende der zweijährigen vorklinischen Zeit erfolgt die erste ärztliche Prüfung.
Inhalte: klinischer Teil (Ende: zweite ärztliche Prüfung)
Hier geht es in weiteren 3 Jahren endlich zur Sache – verschiedenste Erkrankungen begegnen dir zunächst theoretisch. Ob Neurologie, Kinderheilkunde oder Allgemeinmedizin, hier wird das Wissen in den unterschiedlichsten Bereichen vertieft. Am Ende der dreijährigen klinischen Zeit erfolgt die zweite ärztliche Prüfung.
Inhalt: Famulatur (Zwischen erster ärztlichen Prüfung bis zum Beginn des Praktischen Jahres)
Aus dem Lateinischen entliehen bedeutet „Famulatur“ soviel wie „Gehilfe“ oder „Diener.“ Dieser wirst du für vier Monate sein. Endlich geht es praktisch voran! Für einen Monat bist du Gehilfe in einer ambulanten Krankenversorgung oder ärztlichen Praxis, für zwei Monate im Krankenhaus und für einen weiteren Monat in einer der beiden möglichen Einrichtungen. Die Zeit der Famulatur findet zwischen der erster ärztlichen Prüfung bis zum Beginn des Praktischen Jahres in den Semesterferien statt.
Inhalt: Praktisches Jahr (Ende: dritte ärztliche Prüfung)
Das „PJ“ bietet dir in drei 16-wöchigen Abschnitten weitere Praxiserfahrung. Innere Medizin, Chirurgie und Allgemeinmedizin oder ein klinischpraktisches Fachgebiet lassen dich jeweils 4 Monate an den Patienten, der Mittelpunkt deiner Karriere. Nach dem PJ kommt die dritte und letzte ärztliche Prüfung auf dich zu.
Inhalt: Ärztliche Prüfungen (Ende: Approbation)
In drei Schritten zum Ziel – der erste Teil der ärztlichen Prüfung oder das 1. Staatsexamen wird umgangssprachlich Physikum genannt und sowohl mündlich als auch schriftlich stattfinden. Es erfolgt nach dem vorklinischen Teil. Darauf folgt das 2. Staatsexamen am Ende des klinischen Teils schriftlich. Dann kommt das PJ, und direkt darauf der dritte Teil oder das 3. Staatsexamen. Hier wirst du an zwei direkt aufeinanderfolgenden Tagen mündlich und praktisch geprüft. In Gruppen mit bis zu vier Kommilitonen wirst du mindestens vier Stunden geprüft auf dein Wissen in den Bereichen Innere Medizin, Chirurgie, in einem Wahlfach und in einem zugelosten Fach. Dein Studium endet nun theoretisch mit der Approbation, es kann aber eine Promotion, wenn nicht schon vorhanden, erfolgen.
Ende: Approbation
Prüfung Nummer drei bestanden? Dann kannst du deine Approbation beantragen. Jetzt darfst du dich „Arzt“ oder „Ärztin“ nennen und praktizieren! Wenn du möchtest, dann kannst du promovieren und deinen Dr. med. erlangen. Promovieren kannst du im Medizinstudium übrigens schon in zwei Semestern anstatt der in anderen Studiengängen üblichen fünf Jahre. Als Arzt tätig sein kannst du auch ohne die Doktorarbeit. Habilitieren, also Professor werden, kannst du nur mit der Doktorarbeit!
Von Esther Bonkowski
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Creative Direction by Maider Mendaza & Adrià RosellDirected by Pablo Oliveró
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Quelle: Umami
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