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20. Oktober 2016
Was passiert eigentlich mit unserem Atommüll?
Viele von uns sind mit der Diskussion um Atomkraftwerk, ihren Müll und deren Lagerung aufgewachsen. Immer mal wieder waren Bilder in den Nachrichten zu sehen, die Demonstranten zeigen, die mit Sitzstreiks versuchten, Gleise zu blockieren und von Polizisten weg getragen wurden. Schlagworte wie Castor, Endlager, oder Gorleben fallen den meisten wohl immer noch sofort ein, wenn sie das Wort Atommüll hören. Auch in der Schule wurde das Thema oftmals behandelt. Doch wie bei so vielen Dingen weiß man vielleicht noch grob, worum es geht, doch lange nicht genau, was hinter den ganzen Begriffen steckt. Wir wollen mit dem gefährlichen Halbwissen mal etwas aufräumen und versuchen, die Frage zu beantworten, was eigentlich passiert mit dem Atommüll. Gibt es mittlerweile Lösungen? Oder wird das Problem einfach nur nicht mehr in den Medien behandelt, weil es uninteressant geworden ist?
Was ist Atommüll?
Ein Atomkraftwerk erzeugt Strom. Dies tut es, indem ein Zerfallsprozess des Brennstoffs, meist Uran oder Plutonium, in Gang gesetzt wird. Hierbei entsteht eine lang andauernde Kettenreaktion, bei der immer mehr Atome des Materials zerfallen und in diesem Prozess wieder weitere Atome anregen, dasselbe zu tun. Mit der durch die Spaltung der Atomkerne freigesetzten Energie wird Wasser aufgeheizt. Dabei entsteht heißer Dampf. Durch diesen werden Turbinen angetrieben, die durch den Wasserdampf zu rotieren beginnen und dadurch einen mit ihnen verbundenen Generator antreiben. In diesem wird Strom produziert, der dann ins Netz eingespeist wird.
Das Problem ist, dass dieser Zerfallsprozess nicht einfach wieder gestoppt werden kann, sondern immer weiter läuft und das über Jahre. Zudem werden bei diesem Vorgang diverse Elemente freigesetzt, die hochgradig radioaktiv sind und sich negativ auf ihre Umwelt auswirken.
Nach einiger Zeit verlangsamt sich der Prozess und die Brennstäbe müssen ausgetauscht werden. Zum Abkühlen werden sie über mehrere Jahre in einem Wasserbecken gelagert. Da sich das Wasser durch die Brennstäbe erhitzt, muss es ständig getauscht und gekühlt werden. Passiert dies nicht, kommt es, wie in Fukushima, zu einer Kernschmelze.
Lagerung
Nach der ersten Abkühlungsphase, in Deutschland sind fünf Jahre vorgeschrieben, werden die Brennstäbe in speziellen Behältern gelagert, den Castoren. Diese sollen ein Austreten der Strahlung verhindern, aber trotzdem eine weitere Belüftung und ein Fortsetzen des Kühlvorgangs garantieren. Eben diese Behälter müssen zunächst zwischengelagert werden, bis die Kettenreaktion ausreichend abgeklungen ist, dass man sie in einem Endlager deponieren kann, in dem sie hermetisch von der Außenwelt abgeschlossen werden.
Neben den Brennstäben gibt es noch andere Arten von Atommüll, der Beispielsweise beim Uranabbau im Bergwerk oder in der Forschung entsteht. Die Debatte in Deutschland dreht sich aber in erster Linie um den Umgang mit den verbrauchten Brennstäben.
Endlager
Die Suche nach einem geeigneten Endlager gestaltet sich in vieler Hinsicht als schwierig. Zunächst einmal wollen die meisten Kommunen und Gemeinden keine Fläche für die Lagerung freigeben. Schon bei den Zwischenlagern regen sich immer wieder Proteste in der Bevölkerung, da sich die Menschen vor den Folgen einer atomaren Verseuchung fürchten, sei es durch einen Unfall beim Transport, Unachtsamkeit bei der Lagerung oder Naturkatastrophen. Und das völlig zu recht. Denn die Strahlung lässt sich noch über Jahrzehnte nachweisen und führt unter anderem zur Bildung von Tumoren, Impotenz, Hautschäden und inneren Blutungen.
Ein Ort für die Endlagerung muss somit einige Voraussetzungen erfüllen, um überhaupt in Frage zu kommen. In Deutschland hatte man sich zuletzt darauf geeinigt, die Abfälle in einem mehrere hundert Meter tiefen Bergwerk zu vergraben. Geeignete Orte werden momentan untersucht. Diese müssen eine bestimmte Gesteinsdicke sowie -dichte aufweisen. So soll verhindert werden, das Grundwasser eindringen kann. Hierfür kommen Salz, Ton und Granit infrage. Auch beachtet werden müssen mögliche geologische Veränderungen aufgrund von vulkanischer oder tektonischer Aktivität. Ebenso müssen menschliche Begehrlichkeiten in den nächsten Jahrhunderten in Betracht gezogen werden.
Ein solcher Ort ist noch nicht gefunden. Eine Möglichkeit stellt das ehemalige Salzbergwerk Gorleben dar, wo heute schon ein Zwischenlager eingerichtet ist. Doch in der Region gibt es erheblichen Widerstand gegen die Pläne. Tausende Jahre strahlenden Müll will niemand vor der Haustür haben oder auch nur in seiner Nähe wissen.
Auch ob man den Atommüll mittels Stahl und Beton verschließt und vollständig unzugänglich macht oder Möglichkeiten der Bergung im Falle unvorhergesehener Komplikationen einbaut, ist noch nicht festgelegt und Teil der Diskussion.
007 Wohin mit dem radioaktiven Müll - Frag den Lesch
Was ist Atommüll?
Ein Atomkraftwerk erzeugt Strom. Dies tut es, indem ein Zerfallsprozess des Brennstoffs, meist Uran oder Plutonium, in Gang gesetzt wird. Hierbei entsteht eine lang andauernde Kettenreaktion, bei der immer mehr Atome des Materials zerfallen und in diesem Prozess wieder weitere Atome anregen, dasselbe zu tun. Mit der durch die Spaltung der Atomkerne freigesetzten Energie wird Wasser aufgeheizt. Dabei entsteht heißer Dampf. Durch diesen werden Turbinen angetrieben, die durch den Wasserdampf zu rotieren beginnen und dadurch einen mit ihnen verbundenen Generator antreiben. In diesem wird Strom produziert, der dann ins Netz eingespeist wird.
Das Problem ist, dass dieser Zerfallsprozess nicht einfach wieder gestoppt werden kann, sondern immer weiter läuft und das über Jahre. Zudem werden bei diesem Vorgang diverse Elemente freigesetzt, die hochgradig radioaktiv sind und sich negativ auf ihre Umwelt auswirken.
Nach einiger Zeit verlangsamt sich der Prozess und die Brennstäbe müssen ausgetauscht werden. Zum Abkühlen werden sie über mehrere Jahre in einem Wasserbecken gelagert. Da sich das Wasser durch die Brennstäbe erhitzt, muss es ständig getauscht und gekühlt werden. Passiert dies nicht, kommt es, wie in Fukushima, zu einer Kernschmelze.
Lagerung
Nach der ersten Abkühlungsphase, in Deutschland sind fünf Jahre vorgeschrieben, werden die Brennstäbe in speziellen Behältern gelagert, den Castoren. Diese sollen ein Austreten der Strahlung verhindern, aber trotzdem eine weitere Belüftung und ein Fortsetzen des Kühlvorgangs garantieren. Eben diese Behälter müssen zunächst zwischengelagert werden, bis die Kettenreaktion ausreichend abgeklungen ist, dass man sie in einem Endlager deponieren kann, in dem sie hermetisch von der Außenwelt abgeschlossen werden.
Neben den Brennstäben gibt es noch andere Arten von Atommüll, der Beispielsweise beim Uranabbau im Bergwerk oder in der Forschung entsteht. Die Debatte in Deutschland dreht sich aber in erster Linie um den Umgang mit den verbrauchten Brennstäben.
Endlager
Die Suche nach einem geeigneten Endlager gestaltet sich in vieler Hinsicht als schwierig. Zunächst einmal wollen die meisten Kommunen und Gemeinden keine Fläche für die Lagerung freigeben. Schon bei den Zwischenlagern regen sich immer wieder Proteste in der Bevölkerung, da sich die Menschen vor den Folgen einer atomaren Verseuchung fürchten, sei es durch einen Unfall beim Transport, Unachtsamkeit bei der Lagerung oder Naturkatastrophen. Und das völlig zu recht. Denn die Strahlung lässt sich noch über Jahrzehnte nachweisen und führt unter anderem zur Bildung von Tumoren, Impotenz, Hautschäden und inneren Blutungen.
Ein Ort für die Endlagerung muss somit einige Voraussetzungen erfüllen, um überhaupt in Frage zu kommen. In Deutschland hatte man sich zuletzt darauf geeinigt, die Abfälle in einem mehrere hundert Meter tiefen Bergwerk zu vergraben. Geeignete Orte werden momentan untersucht. Diese müssen eine bestimmte Gesteinsdicke sowie -dichte aufweisen. So soll verhindert werden, das Grundwasser eindringen kann. Hierfür kommen Salz, Ton und Granit infrage. Auch beachtet werden müssen mögliche geologische Veränderungen aufgrund von vulkanischer oder tektonischer Aktivität. Ebenso müssen menschliche Begehrlichkeiten in den nächsten Jahrhunderten in Betracht gezogen werden.
Ein solcher Ort ist noch nicht gefunden. Eine Möglichkeit stellt das ehemalige Salzbergwerk Gorleben dar, wo heute schon ein Zwischenlager eingerichtet ist. Doch in der Region gibt es erheblichen Widerstand gegen die Pläne. Tausende Jahre strahlenden Müll will niemand vor der Haustür haben oder auch nur in seiner Nähe wissen.
Auch ob man den Atommüll mittels Stahl und Beton verschließt und vollständig unzugänglich macht oder Möglichkeiten der Bergung im Falle unvorhergesehener Komplikationen einbaut, ist noch nicht festgelegt und Teil der Diskussion.
007 Wohin mit dem radioaktiven Müll - Frag den Lesch
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